Maria Entschlafens Kathedrale
Nur wenige Minuten Fußmarsch von der zentralen Straße entfernt befindet sich mitten im Herzen des alten Wladimir der Kathedralenplatz. Hier befindet sich die Maria-Entschlafens- Kathedrale (1158-1160), die Hauptkirche der Stadt. Dieses klassische Werk der aItrussischen Baukunst diente dem italienischen Architekten Aristoteles Fiorovanti als Vorbild beim Bau der gleichnamigen Kathedrale im Moskauer Kreml.
Die Wladimirer Maria - Entschlafens - Kathedrale erhielt ihr bis heute existierendes Aussehen nach dem Brand von 1185. Zu Zeiten Andrej Bogoljubskis hatte sie eine Kuppel und war weitläufiger, wodurch sie größer und ebenmäßiger erschien. Die Chroniken vermerken die Fülle an Gold in der Außen- und Innenausstattung des Gebäudes. In der Kirche befand sich eine Ikone der Gottesmutter, die Andrej Bogoljubski aus Wyschgorod hierher gebracht hatte. Sie galt als wundertätig und errang allergrößte Bekanntheit im ganzen Lande (heute ist sie eins der künstlerischen Meisterwerke der Tretjakow-Galerie).
Die Rolle der Kirche beschränkte sich nicht auf Gottesdienste und Predigten. Hier wurde eine Chronik geführt und befand sich die erste Bibliothek von Wladimir. Von unschätzbarem künstlerischem Wert sind die von Andrej Rubljow, dem größten Künstler der Alten Rus, ausgeführten Fresken. In der Kathedrale befinden sich die Grabstätten von Andrej Bogoljubski, seinem Bruder Wsewolod III., von Georgi Wsewolodowitsch, der am 4. März 1238 in der Schlacht gegen die Mongolen am Fluss Sitj gefallen war, anderen Mitgliedern des Fürstenhauses und von Serapion Wladimirski, einem bekannten Schriftsteller der Alten Rus. Unter den Gewölben der Kathedrale wurde den Moskauer Fürsten der großfürstliche Titel verliehen. Die Maria – Entschlafens - Kathedrale ist auch heute eine funktionierende Kirche.
Nördlich der Kathedrale wurde an der Stelle eines niedrigen Zeltturms, der durch Blitzschlag beschädigt worden war, ein neuer, in klassizistischen Formen gehaltener Glockenturm mit einer hohen vergoldeten Spitze errichtet. Damit seine Silhouette nicht die architektonische Komposition der Kathedrale verletzte, wurde das untere Stockwerk des Turms mit durchgängigen Spitzbogen versehen. Leider wurde diese glückliche Lösung 1862 mit dem Bau des Georg - Nebenaltars zwischen Glockenturm und Kathedrale zunichte gemacht.
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