Petrosawodsk
Petrosawodsk ist die Hauptstadt der Republik Karelien in Russland. Mit 266.000 Einwohnern ist Petrosawodsk für russische Verhältnisse recht klein – trotzdem ist sie das Industrielle, Kulturelle- und Wissenschaftliche Zentrum von Karelien. Selbst eine Universität und ein Konservatorium finden sich in der Stadt. Außerdem befindet sich holzverarbeitende Industrie, Möbelindustrie, Fischverarbeitung und Werftenindustrie vor Ort.
Archäologische Funde auf dem Stadtgebiet von Petrosawodsk belegen, dass bereits vor etwa 7000 Jahren Menschen an der stelle siedelten, an der heute die Stadt steht. Die eigentliche Gründung von Petrosawodsk geschah viel später aus anderem Anlass. In der Region entstanden einige kleine Dörfer, von denen eines - der heutige Stadtteil Solomennoje - bereits im 16. Jahrhundert erwähnt wurde. Als Stadtgründer wird aber Zar Peter der Große angesehen, der 1703 am Ufer des Onegasee den Bau eines Eisenguss- und Kanonenwerk befahl. Um das Werk herum entwickelte sich eine Siedlung, die „Petrowskaja sloboda“ genannt wurde. Das Werk wurde später durch seine Kanonen und seinen kunstvollen Eisenguss berühmt. Am 21. März 1777 schließlich, während der Regierungszeit von Katharina der Grossen, bekam die Petrosawodsk Stadtrechte.
An der Uferpromenade des Onegasee findet man ein Bronzestandbild von Zar Peter dem Grossen. Der Gründer von Petrosawodsk weist mit seiner rechten Hand auf die Mündung des Flusses Lossossinka, wo sein Waffenwerk gebaut wurde. Das Denkmal stand zunächst auf dem Rundplatz musste dort aber 1930 nach der Oktober-Revolution, einem Denkmal von Lenin weichen.
Heute ist Petrosawodsk vor allem als Ausgangspunkt für Reisen in Karelien ein wichtiger Standort. Die Anreise geschieht in der Regel mit der Eisenbahn: Durch Petrosawodsk verläuft die Murmanbahn von Sankt Petersburg nach Murmansk. Diese nördlichste Eisenbahn Europas allein ist schon eine Fahrt nach Karelien wert. Die nördliche Lage von Petrosawodsk am Polarkreis bewirkt, das im Winter praktisch kein Tageslicht gesehen wird – im Sommer dagegen geht die Sonne nicht unter.
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