Matroschka
Ein traditionelleres Souvenir aus Russland wie die russische Matroschka (oder auch: Matrjoschka) gibt es nicht. Die Matroschka gehört zu Russland wie der Tee zu England: Die Triade „Vodka - Bär - Matroschka“ ist im Bewusstsein nicht nur der der Touristen aus dem Westen das Symbol für Russland. In der Vorstellung der Menschen ist Russland einfach: Man trinkt nur Vodka, durch die Straßen vom Moskau wandern die Bären und die Matroschkas werden von den gutmütigen Russen an jeden Gast verschenkt. Na ja – bei dem einen oder anderen wird diese Idee noch mit Elementen aus der Zeit des „Kalten Krieges“ versetzt. Kaum einer weiß, dass eine typisch russische Matroschka nur eine veränderte Variante eines japanischen Spielzeuges ist.
Am Ende des 19. Jahrhunderts brachte die Tochter des bekannten Mäzen Mamontow ein japanisches Spielzeug in die Spielzeugfabrik ihres Vaters - ein „Fukuruma“. Das waren mehrere Figürchen eines kahlköpfigen alten Mannes, bei denen die eine in die andere hineingelegt worden waren. Die Arbeiter der Fabrik begannen sofort damit, ein russisches Gegenstück davon zu schaffen. In ihrer Version war es kein alter Mann mehr, es waren jetzt ein Junge und ein Mädchen in russischen Volkstrachten. Das Sinnbild Russlands entstand als Spielzeug. Und das Spielzeug erhielt den Namen Matroschka (Matrjoschka), weil der Frauenname Matrjona damals in Russland weit verbreitet war. Die russische Matroschka ist eigentlich nichts anderes als ein Plagiat eines Spielzeuges aus Japan.
Die erste Werkstatt, in der die Matroschka hergestellt wurde, existierte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Matroschkas wurden in der alten russischen Stadt Sergijew Possad gedrechselt. Bald hatte die Matroschka bei den Bürgern von Sergijew Possad eine hohe Popularität erreicht Schon bald kamen auch die Händlern aus Moskau und schon nach kurzer Zeit produzierte man das japanisch-russische Spielzeug auf Bestellung für die Bürger in Paris und Deutschland.
Man begann die Matroschka auch in anderen Städten von Russland zu produzieren. Ihre Produktion verbreitete sich über das Land. jeder Handwerker hatte seinen eigenen Stil: Die Matroschka von Sergiew Possad scheint untersetzt und stämmig zu sein im Vergleich zu der aus Nishnij Nowgorod, die fein, schlank und bunter bemalt ist. Heute findet man Matrjoschas im Spielzeugmuseum von Sergiew Possad, in dem ein Teil der Ausstellung der Matroschka persönlich gewidmet ist. In der Sammlung gibt es die erste Matroschka, die vom Maler Maljutin bemalt worden ist, aber auch ganze Sätze von Matroschkas aus anderen Meisterschulen- von der Semjonow-Schule bis zu der Schule von Sergijew Possad. Auch in Moskau wurde ein Museum eröffnet, das ganz dem bekanntesten russischen Souvenir gewidmet ist.
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Kommentar
| J.Diedenhofen (01.01.2009) |
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