Graffiti Klub
In Minsk gibt es genug Clubs. Sie alle sind in ihrer Mehrheit für die Jugend vorgesehen, die Diskos und elektronische Musik mag. In der Stadt mit anderthalb Millionen Menschen gibt es etwa 20 solche Klubs. Oder vielleicht sogar mehr. Dabei gibt es viele Leute, die gegen Non-Stop-Dance gleichgültig bleiben. Sie ziehen das Bier in einer angenehmen Gesellschaft, langsame Gespräche und Live-Musik den Tänzen zur House-Music vor. Für solche Liebhaber "traditioneller Musik" gibt es in Minsk ganz wenige Möglichkeiten, den Abend interessant und spannend zu verbringen. Der einzige Klub, der einen solchen Freizeitgenus anbieten kann, ist die Bar "Graffiti".
Es ist schade, aber in Weißrussland haben viele Rock-Gruppen keine Möglichkeit, in großen Sälen aufzutreten. Die Situation, in der sie jetzt in Weißrussland arbeiten müssen, ist der Lage der Rock-Musik in der UdSSR Anfang 80-er Jahre sehr ähnlich. Deshalb ist „Graffiti“ im heutigen Minsk zu einem Mekka für viele richtige Kenner der Rock-Musik geworden.
Der «Graffiti» ist ein Klub für die Anhänger der alternativen Kunst, für die Rocker und kreative Boheme. Es ist eine der wenigen Bühnen, wo die weißrussischen alternativen Gruppen ihre Musik vorspielen können.
Mit der Ausstattung des Klubs „Graffiti“ haben sich einige Meister der Straßenkunst beschäftigt. Graffitis an den Wänden des Klubs sind zum Grund für den heutigen Namen dieser Location. Eigentlich kann man hier Kreativität überall spüren. Zum Beispiel sind die Tische im „Graffiti-Klub mit den Seiten aus den am meisten gelesenen Büchern der russischen Literatur - „Meister und Margarita“, „Das goldene Kalb“ - geschmückt. An der Decke hängt ein falsch gelandeter Fallschirmspringer in der Gasmaske, an den Wänden sind Werbeplakate der Konzerte von Jethro Tull, Beatles, Deep Purple ausgehängt.
Als Symbol des Klubs dient schon seit vielen Jahren eine Person namens Petrovitsch. Petrovitsch ist ein Wandbild an der Theke. Der traurige Mensch im gestreiften Matrosenhemd, der mit einem Seidel Bier sitzt, ist ein typischer Melancholiker aus Mittelrussland. Eine der beliebtesten Traditionen des Klubs - mit Petrovitsch Brüderschaft zu trinken - gelingt nicht allen.
Der Klub selbst ist relativ klein. Seine ganze Fläche macht mit der Theke zusammen etwa 40 Quadratmeter aus. Nichtsdestoweniger flößt der Umfang von Graffiti den Besuchern Respekt ein. An besonderen Tagen sind hier trotz der Größe über 100 Besucher. Die Hauptereignisse geschehen hier 4 Mal pro Woche – dienstags, mittwochs, donnerstags und freitags. Das sind die Konzerttage. Am Dienstag wird hier Blues gespielt, am Mittwoch Jazz und am Donnerstag die Autorenlieder („die Folklore der Intelligenz“), am Freitag gibt es hier Rock-Musik oder Jam in dem mehrere Gruppen in einem Konzert auftreten, obwohl sie nicht immer ähnliche Musik spielen und verschiedene Musikrichtungen vorstellen. Die Stimmung ist nach solchen Auftritten erschütternd, weil die Musiker unmittelbar vor dem Publikum spielen, ohne Bühne, buchstäblich zwei Schritte von der ersten Reihe der Hörer entfernt.
Wie dem auch sei, wenn Sie gerne sehen möchten, was Minsker Underground bedeutet, dann finden Sie in der weißrussischen Hauptstadt keinen besseren Klub in diesem Sinne, als „Graffiti“.
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