Vodka Tradition
Der Vodka gilt in Weißrußland als Hauptgetränk und ist vielleicht auch die Hauptunterhaltung. Es ist kein Geheimnis, dass die sogenannten Vodkatouren nach Weißrußland, die von einigen weißrussischen Reisebüros organisiert werden, in den letzten Jahren in Europa sehr populär geworden sind, nicht weniger als traditionelle Reisen in weißrussische Naturschutzgebiete, zu den Seen oder in die alten Schlösser.
Offizielle Statistik zeigt, dass der Alkoholverbrauch pro Person in der Republik den kritischen Punkt erreicht hat. Aber damit ist es in Weißrußland immer nicht so einfach gewesen. Hier gab es immer diejenigen, die gerne trinken und dabei trinken können, sowie auch diejenigen, die einfach gerne trinken. Deshalb ist es kein Wunder, dass die Weissrussen oft die Worte vom bekannten orientalischen Dichter Omar Hajam wiederholen, der sagt, dass man genau wissen soll, wo, wann und wieviel man trinken wird, bevor man sich überhaupt dazu entscheidet.
Der Vodka ist in Weißrußland eines der beliebtesten Lebensmittel. Durchschnittlich kostet eine Flasche (0,5 L) vom ganz einfachen weißrussischen Vodka etwa 2,5 Dollar. Die bekanntesten «Volksbrands» sind «Bielaja Rus» und «Belarus Sineokaja». Außerdem gibt es eine große Menge von Vodkasorten, solche wie «Ofizer», «Wodolej», «Kristall Lux», «Belyj korol», die verschiedene Namen haben, dabei aber nicht so sehr im Geschmack und im Preis unterscheiden. Die Weißrussen scherzen, dass diese Vodkasorten «aus einem Kessel» auf Flaschen gezogen werden.
Vor kurzer Zeit begann man in Weißrußland den erstklassigen Vodka zu produzieren. Von seiner Qualität spricht in erster Linie Flaschendesign: zum Unterschied von ganz einfachen Sorten, wird dieser Vodka auf besondere Riffelflaschen und auf Flaschen in nichtstandartisierter Form gezogen. In der Regel bekommen solche Vodkasorten verschiedenen Zusatz: vom Brennpaprika bis auf Birkenknospen. Den erstklassigen weissrussischen Vodkasorten kann man die Marken «Bulbasch», «Minskaja» und «General» zurechnen.
Das beliebteste weißrussische Naschwerk ist selbstgebrannter Schnaps "Samogon". Er wird vorwiegend in den Dörfern hergestellt. Diesen Schnaps produziert man in der Regel aus Kartoffeln und roter Rübe. Die Kenner von den stark alkoholhaltigen Getränken sagen, dass der weißrussische selbstgebrannte Schnaps nach seiner Qualität und Geschmackpalette vielen bekannten Weltmarken von Vodka - z.B.«Finnlandia» oder «Smirnoff» - überlegen ist.
Man muss aber sagen, dass das Schwarzbrennen ein illegales Business ist. Das weißrussische Gesetz verbietet den Privatpersonen die Produktion von den stark alkoholhaltigen Getränken. Nichtsdestoweniger wird es praktisch in jedem weißrussischen Dorf angeboten, eins hinter die Binde zu gießen. Und in jedem Dorf hat dieser sebstgebrannte Schnaps seinen einmaligen Geschmack und sein besonderes Aroma - es gibt mit Honig oder Preiselbeeren angesetzte Schnapse sowie auch einfachen «Spotykatsch». «Spotykatsch» ist eine spezielle Sorte von Samogon, die eine ganz besondere Eigenschaft hat: nach einer bestimmten Dosis von diesem Getränk wird der Kopf klar, die Beine sagen aber dafür ab und werden nicht mehr gehorsam. Es wird öfters empfohlen, die Wirkung von «Spotykatsch» am Tisch vorübergehen zu lassen.
Die kleine Stadt Staryje Dorogi gilt in Weißrußland als Zentrum des Schwarzbrennens. Der Ort aber, wo Sie den weißrussischen selbstgebrannten Schnaps ofiziell probieren können, ist ein Museum und zwar das in Dudutki gelegene Museumkomplex der weissrussischen Kultur und des Alltags. Hier wird Ihnen Samogon als altes weissrussisches Getränk angeboten, das mit Hilfe einer richtigen Schwarzbrennenmaschine unmittelbar auf dem Territorium des Museums produziert worden ist. Nach der alten weißrussischen Tradition wird gewöhnlich Salzgurke als Nachspeise zum Samogon angeboten, die in Honig eingetaucht wird. Außer dem Museum in Dudutki ist Schwarzbrennen in Weißrußland nur auf dem Territorium des Nationalparks «Bieloweschskaja Puschtscha» offiziell erlaubt.
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