Blick auf den roten Platz
Wo einst eine Mauer nicht nur Deutschland sondern auch Europa in West-und Osteuropa einteilte, richtet sich der Blick dennoch mal gen Westen und mal gen Osten.

20 Jahre Einheit-Feiern in Russland

(Russland)

Verfolgte man am gestrigen Tag die Feiern um die Einheit Deutschlands, dessen denkwürdiger Tag sich nun zum 20. Mal jährte, wird leicht übersehen, dass damit auch der Kalte Krieg ein Ende fand. Die Idealisierung der Einheit Europas stand damit zugleich bevor und währt bis heute an. Auch in Russland feiert in diesen Tagen die Einheit russischer Regionen sowie die Einheit Deutschlands in deutschen Instituten und Botschaften. Selbstverständlich finden die aufwendigsten Events in der Hauptstadt der Russischen Förderation statt. Bereits am Sonntagabend lud die Deutsche Botschaft alle zum Empfang ein, die im Besitz eines deutschen Passes sind, inklusive ihrer Familienmitglieder, die keinen deutschen Pass besitzen. Erst am Montag feiert St. Petersburg mit rund 650 Gästen, zu denen nach Angaben einer deutschen Medienagentur auch rund 200 westfälische Wirtschaftsexperten gehören.

Einmal die Politik etwas beiseite geschoben kann und darf man in Russland die Ereignisse rund um die Einheit russischer Regionen auch in der Kunst, Fotografie, in Projektarbeiten sowie grandiosen Ausstellungen nachvollziehen. In Kaliningrad, der russischen Enklave auf dem Territorium von Lettland widmet man sich mittels einer Ausstellung dem Thema „deutsche Einheit“. Die Ausstellung „II + IV, 20 Jahre zwei plus vier Vertrag“ wird am heutigen Tag im Zusammenhang mit dem Empfang des Generalkonsul Aristide Fenster im deutsch-russischen Haus eröffnet werden.
Bereits am Freitag wurde in Nowosibirsk im Goethe-Institut die Ausstellung „Bewegte Welt – Erzählte Zeit“ eröffnet. Diese Ausstellung präsentiert eindrucksvoll in Fotografie und bewegten Bildern die Geschichten der Ukraine, Belarus, Georgien oder beispielsweise Usbekistan und Kasachstan. Die Ausstellung über „neue Länder“ in Osteuropa kann bis Ende Oktober besichtigt werden. An den Wochenenden finden sogar kostenlose Führungen statt. Um Anmeldungen wird dennoch gebeten.

Musikalisch wird die Einheit im Osten erst im November gefeiert, wenn das deutschen A Capella Ensemble „amarcord“ in Orten wie Omsk, Nowosibirsk, Tomsk und Krasnojarsk auftritt. Die Einheit Deutschland, das Ende des Kalten Krieges, die Verbundenheit Deutschlands noch zu so vielen Ländern Osteuropas wirft hinsichtlich des Tourismus in Osteuropa aber Gott sei Dank nicht der klischeebehafteten Fragen nach der Unterscheidung zwischen Ost und West auf. Toleranz und das Verständnis aufeinander zuzugehen, kann und darf weiter wachsen. Im Herzen weiß jeder, wo seine Heimat liegt.

Katja Elflein

Foto: Jerzy / pixelio.de

Datum: 04.10.2010


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