Ukraine und Deutschland verhandeln über Kunstgegenstände

Ukraine und Deutschland verhandeln über Kunstgegenstände
Ukraine und Deutschland verhandeln über Kunstgegenstände

Die zufällige Entdeckung von 87 Gemälden in der Ukraine, die offenbar dem Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen gehören, hat neue Bewegung in die seit 1993 laufenden Gespräche zwischen der Ukraine und Deutschland über den Austausch bzw. die Rückgabe diverser Kunstgegenstände gebracht. Einem offensichtlich sehr sachkundigen Touristen aus Deutschland waren beim Besuch einer Ausstellung des Simferopol-Kunstmuseums auf der Krim die Gemälde aufgefallen und meldete seinen Fund umgehend der Aachener Museumsdirektion.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs waren über 250 Gemälde des Aachener Museums in der ostdeutschen Auslagerungsstelle des Kunsthauses im ostdeutschen Meißen untergebracht, von wo aus sie schließlich spurlos verschwunden waren. Die Direktorin des Simferopol-Museums Larina Kudryaschowa denkt indes gar nicht daran, die Bilder an das Aachener Museum zurückzugeben, selbst wenn es sich tatsächlich um die fraglichen Gemälde handeln sollte. Kudryaschowa verweist einerseits auf die Gesetzeslage in der Ukraine, die einen derartigen Austausch angeblich verbiete und andererseits auf zahllose Gemälde, die während des Kriegs von der Ukraine nach Deutschland gebracht und bisher ebenfalls noch nicht zurückgegeben worden seien.

Bei den bisherigen Gesprächen, die seit 15 Jahren zwischen den Regierungen der beiden Länder geführt werden, war es noch nie um die verschollenen Bilder aus Aachen gegangen, wie Jens Plötner, der Sprecher des Auswärtigen Amtes, erklärte. Man sei in Berlin zwar um eine einvernehmliche Lösung mit den Kollegen in Kiew bemüht, wisse aber gleichzeitig um die Brisanz des Themas, wie Plötner hinzufügte.

Datum: 19.11.2008

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