Polotnyanyy Zavod: Gutshof, Park und Papiermuseum
Unterkünfte in Polotnyanyy Zavod
Polotnyanyy Zavod bietet verschiedene Zugänge zu Geschichte und Kultur: das Gut der Goncharovs mit seinem Englischen Landschaftspark, das Haus Schtschepotschkin und das interaktive Papiermuseum „Buzeon“. Die Unterschiede zwischen Architektur, Parklandschaft, Ausstellungen und Mitmachangeboten helfen Ihnen, die Schwerpunkte Ihrer Reise zu setzen.
Kurzfakten zu Polotnyanyy Zavod
- Das Haus Schtschepotschkin wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Stil des russischen Klassizismus erbaut.
- Der Englische Landschaftspark gehört zum Gut der Goncharovs und wurde 1802 angelegt.
- „Buzeon“ ist ein interaktives Museum zur Papierherstellung.
- Die Verklärungskirche in Polotnyany Zavod wurde am 24. November 2019 geweiht.
Was erzählt das Gut der Goncharovs?
Im Haupthaus des Guts sind Gedenkmöbel aus dem 18. Jahrhundert ausgestellt. Dazu gehören ein massiver Mahagonischreibtisch im „Jacobe“-Stil sowie Stühle und Sessel, die in Russland im Stil des englischen Meisters Thomas Chippendale gefertigt wurden. Material, Herkunft und Gestaltung lassen sich hier nebeneinander betrachten: Der Schreibtisch ist aus Mahagoni, während die Stühle und Sessel mit einem englischen Stil verbunden sind und zugleich in Russland hergestellt wurden.
Auch die Spassky-Tore gehören zur Geschichte des Guts. Sie wurden zwischen 1736 und 1741 errichtet und bilden einen Zugang zum Gut der Goncharovs. Damit stehen sie in einem anderen historischen Zusammenhang als das Haus Schtschepotschkin, dessen Klassizismus auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts verweist.
Welche Natur zeigt der alte Landschaftspark?
Der Englische Landschaftspark wurde 1802 angelegt. Im ehemaligen Park gibt es eine große Wiese, hohe Kiefern, Eichen und Linden sowie feuchte Niederungen am Fluss. Das Bild wechselt damit zwischen offenen Wiesenflächen, Baumbestand und feuchteren Bereichen. Eine große Eiche wird als dreihundertjährig bezeichnet; sie ist auch als Pushkin-Eiche und Eiche „Lira“ bekannt. In einer malerischen Lichtung tief im Park steht ein Denkmal für A. S. Puschkin.
Die Wiesen sind außerdem Lebensraum des Mnemosyne-Falters, der auch Schwarzer Apollo genannt wird. Die geschützte Art ist im Roten Buch der Oblast Kaluga verzeichnet. Wer sich besonders für die Natur interessiert, findet hier neben den großen Bäumen und der Parklandschaft auch einen konkreten Bezug zur regionalen Artenvielfalt.
Für organisierte Gruppen ab zehn Personen wird eine Führung durch den alten Park angeboten. Sie führt zu einer Allee, die A. S. Puschkin und seine Frau schätzten, zu einem ehemaligen Landschaftshain, einer Laube und dem Puschkin-Denkmal. Die Führung gibt dem Parkbesuch einen klaren thematischen Rahmen; für einen individuellen Aufenthalt können die Wiesen, Gehölze und benannten Orte dagegen unterschiedliche eigene Schwerpunkte setzen. Prüfen Sie vor einem Besuch die aktuellen offiziellen Angaben zum Zugang.
Welche Ausstellungen und Workshops gibt es?
Im Haus Schtschepotschkin befindet sich die Ausstellung „Der Sturm des zwölften Jahres brach herein: Der Vaterländische Krieg von 1812 im Werk von A. S. Puschkin“. Ihr Thema verbindet den Krieg von 1812 mit Puschkins Werk. Wenn Sie den Ausstellungsbesuch einplanen, prüfen Sie die aktuellen Besuchsinformationen des Museums.
Das Museum-Reservat „Polotnyanyy Zavod“ bietet Workshops für Kinder und Erwachsene an. Dabei können die Teilnehmenden unter anderem eine traditionelle Motanka-Puppe und eine Kerze aus Bienenwachs herstellen. Ein weiteres Angebot ist ein Workshop zum Tanz „Polonez“ im großen Türkisen Salon des Hauses der Goncharovs. Dieses Programm ist für Gruppen buchbar und erfordert vorherige Absprachen. Die Angebote unterscheiden sich also deutlich: Hier geht es ums Herstellen, dort um einen Tanzworkshop in einem benannten Salon.
Was zeigt das Papiermuseum „Buzeon“?
„Buzeon“ widmet sich der Papierherstellung und wird als Russlands einziges Museum zu diesem Thema bezeichnet. Zu den interaktiven Angeboten gehört eine virtuelle Führung durch die in Betrieb befindlichen Werkstätten der Papierfabrik Polotnyano-Zavodskaya. Auf einer großen Leinwand sehen Besucher außerdem sowjetische Wochenschauaufnahmen zur Papierherstellung. Sie reichen von den Jahren der ersten Fünfjahrespläne über den Großen Vaterländischen Krieg bis in die 1960er Jahre.
Damit stehen in Polotnyany Zavod unterschiedliche Formen des Entdeckens nebeneinander: historische Räume und Möbel, ein geführter Weg durch den Park, praktische Workshops und eine virtuelle Führung durch eine Papierfabrik. Weitere Reiseziele entdecken: Kuzmishchevo, Kudinovo, Tarussa, Bebelevo, Ljudinowo, Volkovskoye, Berdy und Inino.
FAQ
Welche Stationen umfasst die Führung durch den alten Park?
Die Führung führt zu einer von Puschkin und seiner Frau geschätzten Allee, einem ehemaligen Landschaftshain, einer Laube und dem Denkmal für Puschkin. Sie wird für organisierte Gruppen ab zehn Personen angeboten.
Welche Zeiträume zeigen die Aufnahmen im „Buzeon“?
Die Wochenschauaufnahmen zur Papierherstellung umfassen die Jahre der ersten Fünfjahrespläne, den Großen Vaterländischen Krieg und die 1960er Jahre.
Was sollten Sie bei einem Gruppenprogramm beachten?
Die Parkführung ist für organisierte Gruppen ab zehn Personen vorgesehen. Für den Workshop zum Tanz „Polonez“ sind vorherige Absprachen nötig; klären Sie den Termin daher vorab mit dem Museum.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Oblast Kaluga.