Kvetoslavov – Kultur und Geschichte im Ort
Kvetoslavov verbindet sakrale Architektur, Herrenhäuser, Erinnerungsorte und archäologische Spuren. Besonders anschaulich wird die Ortsgeschichte in den Ortsteilen Uzor und Fakov, wo Bauwerke aus mehreren Jahrhunderten neben jüngeren Zeugnissen des lokalen Lebens stehen. Ergänzt wird dieses Bild durch einen historischen Bahnhof und eine Eisenbahnstrecke mit eigener Entwicklungsgeschichte.
File:Rýchlostná cesta R7, úsek Kvetoslavov - Holice 21 Slovakia 22.jpg
Foto: Ing.Mgr.Jozef Kotulič via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Kultur
Im Ortsteil Uzor steht die römisch-katholische Kapelle Mariä Himmelfahrt. Sie wurde 1883 im neoromanischen Stil mit neugotischen Elementen erbaut. Der einschiffige Bau besitzt einen polygonalen Abschluss, ein kleines eingebautes Türmchen und eine Bronzeglocke. Zur Ausstattung gehört außerdem ein barockes Gemälde der Rosenkranzmadonna aus dem späten 18. Jahrhundert.
Am Ende des Ortsteils Fakov, in Richtung Uzor, steht ein von Fridrich Pongrácz errichtetes neobarockes Herrenhaus aus dem späten 19. Jahrhundert. Nach seiner Restaurierung bewahrte es seine ursprüngliche Form; lediglich die hölzerne Veranda wurde durch eine eiserne ersetzt.
Im südöstlichen Teil von Uzor steht ein frühbarockes Sommer-Herrenhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert. Das zweigeschossige Gebäude hat einen L-förmigen Grundriss. Die Erben von Ľudovít Reicher besitzen das frühbarocke Herrenhaus bis heute.
Auch kleinere Zeugnisse gehören zum Ortsbild. Das Kriegsdenkmal im Park am Platz des Ortsteils Uzor wurde 1925 errichtet. Später wurde es um eine Tafel mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs ergänzt.
An der Kurve der Nebenstraße nach Šamorín steht der Bildstock „Božia muka“. Er stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und enthält in seiner halbrund geschlossenen Nische eine Pietà.
Geschichte
Die zeitliche Tiefe reicht deutlich weiter zurück als die erhaltenen Bauwerke. Der älteste Nachweis menschlicher Anwesenheit in Kvetoslavov ist ein kleiner steinerner Keil aus dem Neolithikum.
Im Katastergebiet von Kvetoslavov wurde außerdem eine römerzeitlich-barbarische Siedlung entdeckt. Damit stehen an diesem Ort ein steinernes Zeugnis aus der Jungsteinzeit und ein archäologischer Fundplatz aus der Römerzeit nebeneinander, ohne dass daraus eine weitergehende historische Einordnung des Ortes abgeleitet werden muss.
Lokale Bezüge
Ein eigener Bezug zur Landwirtschaft ist mit der Saatgutgeschichte verbunden. 1949 wurde in Kvetoslavov eine Zuchtstation für Gemüsesaatgut eingerichtet. Die blaue Kohlrabisorte „Kvetoslavovský“ trägt den Namen von Kvetoslavov.
Verkehr
Der Bahnhof von Kvetoslavov wurde 1895 erbaut und befindet sich an der Eisenbahnstrecke Bratislava–Dunajská Streda. Diese Strecke wurde 1896 bis Komárno fertiggestellt.
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