Polešovice: Wein, Geschichte und Wege zwischen Becken und Gebirge
Unterkünfte in Polešovice
Polešovice liegt am Übergang zwischen dem Dolnomährischen Becken und dem Chřiby-Gebirge. Auf engem Raum treffen hier historische Zeugnisse, Weinbau und Wege durch die Landschaft aufeinander. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1220, als Polešovice dem neu gegründeten Zisterzienserkloster in Velehrad gehörte.
Kultur und Geschichte
Mit dieser Verbindung zu Velehrad steht auch die Kirche St. Peter und Paul in Zusammenhang. Sie ist das größte Bauwerk auf den Besitzungen des Klosters Velehrad. Trotz mehrerer Erneuerungen und Restaurierungen hat die Kirche ihre ursprüngliche barocke äußere und innere Gestaltung bewahrt.
Zur regionalen Kultur gehört außerdem die Polešovicer Tracht. Sie zählt zu den doláckischen Trachten des uherskohradišťer Typs im unteren Marchgebiet. Ein fester Termin im Jahreslauf sind die Slovácké hody s právem: Sie finden am zweiten Sonntag im Oktober statt und werden von 150 bis 200 kostümierten Teilnehmern geprägt. Bei der Veranstaltung Zarážání hory in der Weinlage Nové Hory werden die Weinberge gesegnet und feierlich symbolisch verschlossen. Außerdem werden Weine der Polešovicer Winzer verkostet und Zymbalmusik gespielt.
Auch ältere Spuren reichen in die Ortsgeschichte. Im Gebiet Nivy–Torštot befand sich im südöstlichen Teil einer Spornlage ein offener Siedlungsplatz mit einem befestigten Hof, der bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts fortbestand. Das steinerne Sühnekreuz von Polešovice stammt wahrscheinlich aus dem 16. Jahrhundert. Es steht an einem Feldweg und ist etwa 1,5 Meter hoch.
Wein und regionale Tradition
Der älteste belegte Name eines Weinbergs in Polešovice ist Mniška aus dem Jahr 1454; er belegt einen klösterlichen Weinberg. Auch der Aussichtsturm Floriánka trägt einen Namen mit Bezug zum Weinbau: Floriánka ist nach einer weißen Keltertraubensorte benannt, die 2010 in das Staatliche Sortenbuch eingetragen wurde und an der örtlichen Weinzüchtungsstation in Polešovice gezüchtet wurde.
Auf der Šlechtitelská stanice vinařská in Polešovice gibt es ein Wein-Informationszentrum mit Verkaufsstelle sowie einen Verkostungsraum namens Golanské výšiny. Beim jährlich zu Ostern stattfindenden Košt vína kommen örtliche und auswärtige Weinbauern zusammen. Im Rahmen des Programms Za vinařem do sklepa öffnet vom 12. Juni bis zum 20. September 2026 an jedem Sommerwochenende jeweils ein anderes örtliches Weingut seine Türen und bietet Weinverkostungen an.
Landschaft und Wege
Der Aussichtsturm Floriánka ist 20,2 Meter hoch. Von seiner Südseite reicht der Blick über die gesamten Weißen Karpaten und die Hostýnské vrchy bis zu den Pálava-Bergen. Die Radroute Moravská vinná verläuft durch das Katastergebiet von Polešovice.
Für kürzere Wege gibt es die Stezka pod Floriánkou. Der Weg ist knapp zwei Kilometer lang und führt durch den Waldpark Skalka in Polešovice. Entlang der Strecke umfasst er zehn unterhaltsame Aufgaben; beim Spaziergang entlang der Weinberge kann außerdem eine hölzerne Kugelbahn ausprobiert werden.
Eine längere Verbindung bildet die Stezka Muškátu moravského. Der Radweg ist 42 Kilometer lang und führt über Uherské Hradiště, Kostelany nad Moravou, Nedakonice, Polešovice, Boršice, Buchlovice, Zlechov und Staré Město zurück nach Uherské Hradiště.
Für die weitere Auswahl stehen außerdem Zlechov, Korytná, Tučapy, Březolupy, Košíky, Ořechov, Pašovice und Velehrad zur Verfügung.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Okres Uherské Hradiště.