Tomsk
Tomsk wurde - ähnlich wie die meisten großen Städte in Sibirien - als Vorposten von Russland für Schutz der östlichen Grenzen gegründet. Als Gründungsdatum der Stadt gibt man das Jahr 1604 an. Im Vergleich zu den einst berühmten Festungen von Sibirien und Ural wie z.B. Tobolsk oder Werhoturje, gelang es der Stadt Tomsk auch in der neueren Zeit hohe Bedeutung für Russland zu erreichen.
Tomsk galt als ein der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte in Sibirien. Nachdem der Weg „Sibirischer Trakt“ gebaut wurde, wurde die Stadt zum wichtigsten Zentrum des Fuhrwesens, davon zeugt das Pferd, das am Wappen der Stadt Tomsk dargestellt ist. Doch in den 90ger Jahren des 19. Jahrhunderts geriet das Fuhrwesen in Verfall. Die Haupteisenbahnstrecke des Landes, Transsib, wurde abseits der Stadt verlegt. Die Fuhrleute sollen den Bau der Strecke durch Tomsk nicht zugelassen haben, weil sie den Wettbewerb fürchten. Heutzutage ist Tomsk die Station einer neuen Zweigbahn von Transsib.
Das Erste, was in Tomsk auffällt, ist die städtische historische Bebauung. Taiga-Region ließ keine Auswahl an Baustoff: im Zentrum der Stadt sind die meisten ältere Häuser aus Holz gebaut.
Im Gegensatz zu den meisten speziell gebauten „Museen der Holzarchitektur“ ist das Zentrum der Stadt Tomsk ein natürlicher architektonischer Komplex der Holzgebäude mit für Sibirien traditionellen seltsamen Ornamenten und Holzschnitzerei. Interessante Muster der Holzbaukunst kann man in verschiedenen Ecken von Tomsk finden z.B. auf der Straße Belinskogo (das Haus des Architekten Homitsch), der Straße Trifonowa (das Haus von Semjenowa), der Straße Gagarina (die Stadtvilla des Kaufmannes Gromow), der Straße Puschkina (das Haus von Grigorjew) usw.
Tomsk ist auch dadurch berühmt, dass hier die erste Hochschule Sibiriens, die imperatorische Universität (heute die Staatsuniversität Tomsk) eröffnet wurde.
Im Großen und Ganzen ist Tomsk eine eklektische Stadt. Die Stadt vereinigt in sich sowie Denkmäler der kommunistischen Epoche als auch religiöse Bauten: z.B. Lenin-Denkmal auf dem Lenin-Platz steht neben einer der schönsten Kirchen der Stadt, der Kirche Bogojawlenskaja.
Es sie zu betonen, dass nach der Revolution die Stadt stark unter den kämpferischen Atheisten gelitten und die meisten ihre Kultusgebäude verloren hat. Außerdem wurde eine der religiösen Hauptreliquien von Tomsk und zwar eine riesige Glocke „Zar-Kolokol“ mit der Masse über 17 Tonnen zerstört. Die Kommunisten haben sie vom Glockenturm der Kirche Woskresenskaja heruntergeworfen und später umgeschmolzen. Heutzutage baut man die Kirche Woskresenskaja wieder auf und führt hier Gottesdienste durch. 1996 wurden auf dem wiederaufgebauten Glockenturm neue Glocken aufgehängt.
Für viele ist Tomsk eine typische Stadt der russischen Provinz: Werke, Fabriken, Geschoßbauten – kurz Sibirien. In der Tatsache...
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