Denkmal dem Hausmeister

234.JPG Skulpturengruppe auf einem städtischen Denkmal

Straßenskulpturen sind in Russland in Mode. Wie könnte da die Hauptstadt von Russland, Moskau, außen vor bleiben?! Dank der Bemühungen der bekannten Moskauer Bildhauer Wladimir Lepeschow und Andrej Asserjanz erschien im Jahre 2006 nicht weit vom Aquädukt Rostokinskij an der Kreuzung Bashowa- und Malachitowa Straßen das 3 Meter große Monument im Geiste der jetzt ganz modernen Pop Art, das den Moskauer Hausmeister verewigt hat.


Zum Vorbild für diese Skulptur wurde ein real existierender Mensch – Wiktor Kollegin. Der Mitarbeiter der Moskauer Kommunalwirtschaft räumt schon über 20 Jahre das Gelände der Höfe auf, in denen sich die Ateliers der Künstler Lepeschow und Asserjanz befinden. Die Jahre vergehen, die politischen Regimes und ganze Epochen lösen einander ab, aber ein unansehlicher aber bemühter Moskauer Hausmeister ist immer an der Arbeit – er fegt, schabt, putzt…


Die Idee der Schaffung einer Skulptur aus Bronze haben die Autoren sofort abgelehnt. Der Hausmeister war keine Figur, die voll von Pathos sein sollte. Damit das Bild des Denkmals dem tiefen inneren Sinn besser entsprechen konnte, haben Asserjanz und Lepeschow ihre Skulptur aus Eisen geschaffen, vorwiegend sogar aus Schrott. Die Schürze hat man aus einem Stück Eisenblech und die Schirmmütze aus den Resten einer Gasflasche gemacht. In den Augen des „Gottes des Besens und der Schaufel“ stecken Muttern und im Schnurrbart findet man alle möglichen Stangen und Bolzen. Am Platz scheint hier sogar der weggeworfene Wasserhahn zu sein. Der Rost ist nicht abgeputzt worden, sondern gestärkt und etwas getönt. Der Blechrand, der auch als ein Postament für die ganze Skulptur dient, ist stilisiert. Er stellt die Zinnen der Mauern des Moskauer Kremls dar. Das unterstreicht den Geist der Hauptstadt und verleiht der ganzen Komposition einen tiefen Sinn.


Man muss auch erwähnen, dass die Idee der Schaffung eines Denkmals für den Hausmeister schon etwas früher den Bildhauern aus Wladimir eingefallen ist. Aber ihre Komposition mit der unterstrichenen Intelligenz in den Zügen des Helden ist aus Bronze ausgeführt und sieht auch deswegen eher traditionell aus. Aber es gibt ja auch unterschiedliche Hausmeister – sischer, sischer, Herr Krause.

Denkmal dem Hausmeister in Moskau besuchen

Das Denkmal dem Moskauer Hausmeister ist eine ungewöhnliche Skulptur, die bei Spaziergängen außerhalb der ganz klassischen Moskauer Besichtigungsroute auffallen kann. Solche Denkmale erzählen viel über Stadtkultur, Humor und die Art, wie Alltagsfiguren im öffentlichen Raum sichtbar werden. Für Reisende lohnt sich der Ort vor allem, wenn ohnehin ein Rundgang durch die Umgebung geplant ist.

Vor dem Besuch sollten genaue Lage, Erreichbarkeit und aktuelle Umgebung geprüft werden, weil kleine Denkmale nicht immer gut ausgeschildert sind. Sinnvoll ist die Verbindung mit weiteren Punkten in Moskau, damit aus der kurzen Fotostation ein runder Stadteindruck wird.

Foto: Markus Lenk