Kissenschlacht in Moskau

Poperechenskaya_step.jpg Blühende Wiese unter einem dramatischen Sommerhimmel

Unter den zahlreichen Besonderheiten und kuriosen Veranstaltungen in Moskau gehört die alljährliche Kissenschlacht zu den Highlights. Am ersten April, am Tag des Tores, versammeln sich in den Worobjowy Gory, im Zentrum von Moskau, alle, die sich miteinander messen möchten. Ihre Waffe für den Bevorstehenden Kampf ist dabei simples Bettzeug: Kopfkissen.  


An diesem Wettbewerb kann praktisch jeder teilnehmen, der seinen Paß und selbstverständlich ein Kissen mitgenommen hat. Die Moskauer Kissenschlacht ist ein Wettbewerb mit scharfen Bedingungen. Jeder Zweikampf dauert genau 7 Minuten. Während der Schlacht ist es verboten, des Anderen Gesundheit zu Schaden zu bringen oder einen Unbewaffneten („Kissenlosen“) anzufallen.


Zusätzlich geben die Veranstalter den Teilnehmern Empfehlungen für das Verhalten: Man solle zum Beispiel anderem nicht gegen die Polizisten kämpfen und natürlich die Journalisten nicht erschrecken.


Leider nimmt die Idee eines lustigen Festes  in der russischen Realität manchmal entstellte Züge an. Es kommt vor, dass einige aggressiv eingestellte Bürger oder sogar Vertreter verschiedener politischer Bewegungen die Kissenschlacht als eine Plattform für ihre eigenen PR-Aktionen wählen. Auswirkung auf das Image der Moskauer Kissenschlacht hat dies zum Glück noch nicht.


Die Moskauer Kissenschlachten drohen, sich bald in eines der beliebtesten Volksvergnügen zu verwandeln. Den Streß in der Umgebung der Gleichgesinnten abzubauen, die dabei keine Gewalt brauchen - für die meisten Moskauer ist es ein wunderschöner Anlaß, Depressionen loszuwerden oder einfach nur Spaß zu haben.


Apropos, ähnliche Schlachten werden schon seit einigen Jahren in New-York veranstaltet.  So ist  Moskau hier nicht einzigartig – und nicht einmal der Wegbereiter des Events. 

Ort: Moskau, Worobjowy Gory
Termin: Jährlich 1.April

Kissenschlacht in Moskau als Stadtanekdote verstehen

Die Kissenschlacht in Moskau ist vor allem als kurioses Stadtereignis interessant. Sie passt zu einer Seite über ungewöhnliche Moskauer Eindrücke, sollte aber nicht wie ein verlässlich wiederkehrendes Reiseangebot gelesen werden. Für Besucher ist der dauerhafte Wert eher die Einordnung: Moskau besteht nicht nur aus Kreml, Metro und Museen, sondern auch aus spontanen Aktionen, urbanem Humor und wechselnden Treffpunkten.

Wer nach aktuellen Veranstaltungen sucht, sollte Termine, Ort und Teilnahmebedingungen immer neu prüfen. Als Reiseinformation hilft die Seite vor allem dabei, Moskau abseits klassischer Sehenswürdigkeiten offener und genauer wahrzunehmen.

Foto: Alexander Dobrolubov