Swenigorod: Kloster, Altstadt und Moskwa-Landschaft

Sie werden einen hervorragenden und volleren Eindruck von der Reise nach Moskau bekommen, wenn Sie neben Moskau auch das Podmoskowje kennenlernen und die Stadt Swenigorod besuchen. Die Stadt liegt eine Fahrstunde von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt.


Swenigorod ist ein interessantes Beispiel einer provinziellen russischen Stadt mit ruhigen Straßen und Gassen, die mit typischen ein- und zweistockigen Holzhäusern bebaut sind. Die Häuser selbst sind sehr „lebendig“, echt, mit alten Balken und geschnitzten Fensterverkleidung im Stil, der der ganzen russischen Holzbaukunst eigen ist.


Das Erdgeschoß einiger Häuser von Swenigorod ist aus Stein und das erste aus Holz gemacht. Diese Besonderheit ist für die Stadtvillen charakteristisch, die früher den Kaufleuten gehörten. Die Letzteren zogen es vor, die Waren im Erdgeschoß zu lagern und die erste Holzetage fürs Wohnen zu benutzen.


Ungeachtet ihres Provinzlertumes kann die Stadt Swenigorod eine Vorgabe vielen relativ großen Städten der Moskauer Region wie z.B. Woskresensk, Moschajsk und anderen geben. In Swenigorod werden die Reisenden erfahren, dass in hiesigem Krankenhaus Anfang des 20. Jahrhunderts der noch niemandem bekannte Anton Tschechow als Arzt praktizierte. Stadtgäste können das Wasser aus der berühmten Heiligen Quelle trinken. Die Quelle befindet sich neben der Treppe, die in „Gorodok“ (Städtchen), das Komplex der architektonischen Denkmäler in Swenigorod, führt.


Als architektonische Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt gelten die Maria Himmelfahrt- Kathedrale, die sich in „Gorodok“ befindet, und das Kloster „Sawwino-Storozewski“.

Die Maria Himmelfahrt - Kathedrale ist nur während der Gottesdienste zu besuchen. Es sei interessant zu erfahren, dass im Schuppen neben der Kathedrale drei Ikonen des berühmten Meisters Andrej Rublew gefunden wurden.


Das im 15. Jahrhundert gegründete Kloster Sawwino-Storozewski gilt als ein der Heiligtümer der Russischen orthodoxen Kirche. Das Herz des Klosters ist die Weißsteinkathedrale „Radoneschski“. Das Kloster selbst wurde im 17. Jahrhundert umgebaut und als Residenz des russischen Zaren Alexander Michailowitsch verwendet. Der Rote Turm, der Zarenpalast, Gemächer der Zarin – das ganze Territorium des Klosters ist vom russischen Geist des späteren Mittelalters durchdrungen.


Die Umgebung der Stadt Swenigorod ist auch interessant. In der Nähe vom Dorf Dutkowo befindet sich ein Ort, das den Namen „die russische Schweiz“ trägt. Die Naturschönheiten dieser Orte wurden von vielen Malern Lewitan, Sawrasow, Archipow als Motiv ausgewählt.

Kloster, Gorodok und Altstadt verbinden

Für einen ersten Besuch bieten sich drei Schwerpunkte an: das Sawwino-Storoschewski-Kloster, der historische Bereich Gorodok mit der Mariä-Entschlafens-Kathedrale und die älteren Straßen im Stadtzentrum. Das Kloster liegt außerhalb des unmittelbaren Zentrums auf einer Anhöhe. Dadurch sollte für den Weg zwischen Bahnhof, Stadt und Kloster genügend Zeit eingeplant werden. Öffnungszeiten, Gottesdienste und Zugangsregeln sind vor dem Besuch aktuell zu prüfen.

Landschaft an der Moskwa

Swenigorod liegt westlich von Moskau in einer bewaldeten, hügeligen Landschaft an der Moskwa. Spaziergänge am Fluss und in der Umgebung ergänzen die Sakralbauten und Holzhäuser der Stadt. Die traditionelle Bezeichnung „russische Schweiz“ beschreibt keinen alpinen Landschaftstyp, sondern verweist auf das für das Moskauer Umland markante Relief. Feste Wege, Wetter und Rückfahrt sollten bei Ausflügen wichtiger sein als der Versuch, viele verstreute Orte an einem Tag zu verbinden.

Anreise und Zeitplanung

Die Anreise aus Moskau ist je nach Verbindung mit Bahn und anschließendem Nahverkehr oder mit dem Bus möglich. Fahrzeiten und Abfahrtsorte ändern sich, deshalb gehören aktuelle Fahrpläne zur Vorbereitung. Für Kloster, Gorodok und einen ruhigen Rundgang ist ein ganzer Tagesausflug sinnvoller als ein kurzer Zwischenstopp. Wer übernachtet, kann zusätzlich die Flusslandschaft und kleinere Museen einplanen, ohne den Besuch mit langen Wegen zu überladen.