Russischer Oligarch offenbar an Volvo interessiert
Russischer Oligarch offenbar an Volvo interessiert
Mehrere Medien berichteten in den vergangenen Tagen übereinstimmend vom offenbar bevorstehenden Verkauf der schwedischen Automarke Volvo, die seit dem Jahr 1999 dem US-Konzern Ford unterstellt ist. Die schwedische Zeitung “Dagens Industri“ will erfahren haben, dass sich in der vergangenen Woche mehrere Manager eines Unternehmens aus Russland zu entsprechenden Verhandlungen in der Ford-Zentrale in den USA aufgehalten hätten. In Russland wiederum geht nun das Gerücht um, dass es sich bei dem Interessenten wohl um den Oligarchen Alexej Mordachow handle, dem neben einem Stahlbau- und Maschinenbauunternehmen auch die Automobil-Holding Sollers gehört.
Mordachows Aktienvermögen wurde im Jahr 2007 mit knapp 14 Milliarden Euro angegeben, womit der Unternehmer der reichste Mann Russlands wäre. Unter anderem ist Mordachow auch am deutschen Reiseveranstalter TUI beteiligt, seine Automobil-Holding Sollers besitzt Anteile am Autowerk Uljanowsk und dem Motorenwerk Sawolschk. Sollers liefert in Russland unter anderem im Auftrag der Automarken Fiat, Isuzu, SsangYong und UAZ Kraftfahrzeuge an Autohäuser aus.
Ford will sich nun nach fast 10 Jahren von seiner unrentablen Tochter Volvo trennen, die den Konzern im Jahr 1999 geschätzte 6,5 Milliarden Dollar gekostet hat. Vor diesem Hintergrund stellt der nun im Raum stehende Verkaufspreis von rund 2 Milliarden Dollar ein wahres Schnäppchen dar, das Mordachow mehr oder weniger mit einem Griff in die Portokasse bezahlen könnte.
Vor allen eine Reihe von Patenten kann den Kauf von Volvo attraktiv machen, selbst wenn die Automobilproduktion nicht langfristig aufrechterhalten wird. Grundsätzlich gelten Volvos allerdings nicht nur in Russland als solide Autos, eine weiterführung der produktion ist durchaus denkbar.
Datum: 08.12.2008