Rumänien und Moldawien vor Wiedervereinigung?
Eine mögliche Wiedervereinigung mit dem Nachbarland Rumänien ist in Moldawien eines der beherrschenden Themen vor den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag. Moldawien, das als das ärmste Land Europas gilt, und Rumänien können bereits auf eine gemeinsame Geschichte zwischen den beiden Weltkriegen (1918 – 1940) zurückblicken. Nicht zuletzt aufgrund dieser historischen Gegebenheit bemühen die Oppositionsparteien in Moldawien im Wahlkampf immer wieder die deutsch-deutsche Wiedervereinigung zwischen BRD und DDR als leuchtendes Beispiel. Die Regierungspartei KP um Staatspräsident Wladimir Woronin spricht sich stattdessen klar gegen eine Wiedervereinigung von Rumänien und Moldawien aus.
Auch die EU, deren Mitgliedsstaat Rumänien seit etwas über zwei Jahren ist, hat sich schon mit einer möglichen Wiedervereinigung Moldawiens und Rumäniens beschäftigt, wenn auch noch auf inoffizieller Ebene. Den Worten eines namentlich nicht bekannten EU-Diplomaten zufolge sei nicht mit einem Veto der EU zu rechnen, sofern sich Moldawien und Rumänien zu einer Wiedervereinigung entschließen würden.
Moldawien ist seit 1991, also seit dem Ende der Sowjetunion ein eigenständiger Staat. Für diese Eigenständigkeit muss Moldawien bisher einen hohen Preis bezahlen, da das sozialistische System zunehmend nicht mehr in der Lage zu sein scheint, die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu meistern. Die Region Transnistrien, ein Landesteil Moldawiens mit stark russischer Tendenz, hat sich unterdessen schon jetzt gegen einen Zusammenschluss mit Rumänien ausgesprochen. Man werde sich Rumänien in keinesfalls anschließen, wie der international nicht anerkannte Gouverneur Igor Smirnow wissen lässt.
Datum: 06.04.2009
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