Lavassaare: Eisenbahnmuseum und Geschichte der Torfindustrie
Unterkünfte in Lavassaare
Lavassaare verbindet die Geschichte der Torfindustrie mit estnischer Eisenbahnkultur und Orten des Gedenkens. Wer den Ort als Reiseziel auswählt, kann seine Schwerpunkte zwischen Museum, historischer Bahn, ehemaliger Industrielandschaft und Erinnerungskultur setzen.
Lavassaare ist eng mit der Torfindustrie verbunden. Das Eesti Muuseumraudtee dokumentiert die Geschichte der öffentlichen Schmalspurbahnen sowie der Industrie- und Militärbahnen in Estland. Zum Ortsbild gehören außerdem ein Friedhof in einem Torfabbaugebiet und ein behauener Findling am Standort der abgerissenen Baracken des Lagers von Lavassaare.
Kurzfakten zu Lavassaare
Das Eesti Muuseumraudtee verfügt über mehr als 80 Fahrzeuge und sonstige Einheiten des rollenden Materials, darunter fünf Dampflokomotiven. Die Innenausstellung befindet sich in einem ehemaligen Wohnhaus der Torfindustrie und zeigt mehr als 500 historische Fotos, Gegenstände und Dokumente zur estnischen Schmalspurbahn. Dadurch stehen nicht nur technische Fahrzeuge im Mittelpunkt, sondern auch die Entwicklung verschiedener Bahntypen in Estland.
Die Sammlung dokumentiert neben den öffentlichen Schmalspurbahnen auch Industrie- und Militärbahnen. Ihre Geschichte begann mit der Dampflokomotive VP-1-899, die zum ersten Exponat der Sammlung wurde. Für die Ortsgeschichte ist zudem der Standort bedeutend: Für den Aufbau der Sammlung wurde das in Lavassaare gelegene Torfindustriegelände ausgewählt.
Wie lässt sich die Museumsbahn einplanen?
Die 2 km lange Museumseisenbahn ist Teil der Außenausstellung. Die Fahrt startet vor dem Museum und dauert 25 Minuten. Zusätzlich verkehrt von Anfang Juni bis Ende September samstags und sonntags ein Museumszug zwischen dem Museum in Müramaa und Lavassaare. Die kurze Fahrt gehört zur Außenausstellung, während der saisonale Museumszug die Verbindung zwischen Müramaa und Lavassaare herstellt.
Für Ihre Planung ist deshalb die Reisezeit wichtig, wenn Sie den Museumszug einbeziehen möchten. Die Museumsbahn selbst gehört zur Darstellung des Eisenbahnerbes im Außenbereich, während die Innenausstellung historische Fotos, Gegenstände und Dokumente bündelt.
Welche Geschichte prägt Lavassaare?
Die heutige Siedlung Lavassaare entstand 1919 mit der Gründung der Lavassaareer Torfindustrie (Jõõpre-Torfindustrie). Der Ort ist damit nicht nur ein Schauplatz von Eisenbahngeschichte, sondern auch mit der industriellen Entwicklung der Region verbunden.
Zur historischen Einordnung gehört außerdem das ehemalige Wohnhaus „raba kontor“. Es wurde 1923 aus Aruküla nach Lavassaare gebracht. In Aruküla wurde das Gebäude abgetragen, wobei die Balken nummeriert wurden; anschließend wurde es in der alten Siedlung von Lavassaare wieder aufgebaut. Die Eisenbahnstrecke Lavassaare–Pärnu (Pootsi)–Sindi wurde 1924 für den Torftransport fertiggestellt.
Was erzählen Friedhof und Gedenkstein?
Der Friedhof von Lavassaare liegt in einem Torfabbaugebiet mit hohem Grundwasserstand und einer für dieses Gelände typischen Vegetation. Auf dem etwa 650 Quadratmeter großen Friedhof ruhen rund 60 Kriegsgefangene aus dem Lager 286.
Ein behauener Findling bei Ülejõe 6 steht am Standort der abgerissenen Baracken des Lagers von Lavassaare. Seine Inschrift lautet: „Seisata. Meenuta. Mõtle. Aastatel 1941–1944 oli siin fašistlik koonduslaager“. Die Kombination aus Friedhof, Landschaft und Gedenkstein macht die Erinnerungsgeschichte zu einem eigenständigen Schwerpunkt neben dem Eisenbahnmuseum.
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FAQ
Wo lag das Gefangenenlager von Lavassaare?
In Vana-Lavassaare, zwei Kilometer nordwestlich der neuen Siedlung, bestand das Gefangenenlager von Lavassaare.Wie erreichen Sie den Friedhof von Lavassaare?
Vom Parkplatz aus ist der Friedhof ausschließlich zu Fuß erreichbar. Der Weg ist etwa 250 Meter lang, teilweise befestigt und mit Holzplanken gesichert.Was verbindet Lavassaare mit Pärnu und Sindi?
Die Eisenbahnstrecke Lavassaare–Pärnu (Pootsi)–Sindi wurde 1924 für den Torftransport fertiggestellt.Was ist das „raba kontor“?
Das „raba kontor“ ist ein ehemaliges Wohnhaus, das 1923 aus Aruküla nach Lavassaare gebracht, dort wieder aufgebaut und damit Teil der alten Siedlung wurde.Zur übergeordneten Reiseübersicht: Lavassaare.