Petrila: Bergbaugeschichte, Dorfkultur und Berglandschaft
Geschichte
Die Mina Petrila wurde 1859 eröffnet und gilt als ältestes Bergwerk im Jiului-Tal. Die Exploatarea Minieră Petrila ist als historisches Denkmalensemble der Wertgruppe A eingestuft. Die ehemalige Mina Petrila beherbergt Kunstausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen und Gemeinschaftsveranstaltungen.
Die Casa Memorială I. D. Sîrbu ist das letzte erhaltene Haus der Kolonie Ferdinand und vermittelt einen Eindruck von der Wohnweise der Bergbaugemeinschaft von Petrila. Als Casa Memorială „Ion D. Sîrbu“ erinnert sie an den rumänischen Schriftsteller, Essayisten, Dramatiker und Philosophen Ion D. Sîrbu; seine Familie ließ sich um 1860 in der Bergbaukolonie Ferdinand nieder.
Kultur
Das Muzeul Satului Momârlănesc auf dem Jieț in Petrila rekonstruiert ein traditionelles Dorf der Momârlanen mit einfachen Holzhäusern, die die Tätigkeiten und Lebensweise dieser Gemeinschaft veranschaulichen. Das Museum umfasst mehr als 20 traditionelle Häuser und eine Holzkirche mit für die Region typischer Architektur.
Das Muzeul Satului Tradițional de la Jieț-Petrila zeigt drei Teilbereiche: die Dorfsiedlung mit Kirche, Schule und traditionellen Gehöften, den Bereich der Unterkünfte und Heuwiesen sowie den alpinen Bereich mit Alm, Hütte und Pferch.
Zu den überlieferten Bräuchen gehören die Nedeile, Hirtentreffen an bestimmten Feiertagen, besonders an Ostern und Pfingsten, an denen neben Hirten auch Einwohner der umliegenden Dörfer teilnehmen. Pitaraii ist ein alter Winterbrauch, bei dem junge Männer, die sich auf die Heirat vorbereiten, mit geschmückten Fahnen durch das Dorf ziehen. Beim Brauch des Tannenbaums wird die Fichte als sakraler Baum und Symbol für Leben und Tod in gemeinschaftlichen Zeremonien verwendet, unter anderem bei Beerdigungen und Hochzeiten.
In den zu Petrila gehörenden Ortschaften Tirici, Cimpa, Jieț und Răscoala sind Viehzucht sowie die Verarbeitung von Milch und Fleisch traditionelle, vorherrschende Tätigkeiten.
Natur
Im südlichen Verwaltungsgebiet von Petrila ist über das Jiet-Tal und durch das Naturschutzgebiet Cheile Jiețului eine Reihe von Gletscherseen erreichbar. Die Cheile Tăii im Tăii-Tal sind ein Naturschutzgebiet der Schutzkategorie IV.
Im näheren Umfeld von Petrila liegt in den Cheile Jiețului die Cascada Muncelul mit einer etwa 30 Meter hohen Fallhöhe.
Aktivitäten
Die Cheile Tăii bieten an der Kalksteinformation Piatra Lesului Möglichkeiten zum Klettern. In den Cheile Tăii gibt es die Kletterrouten Hornul mit zwei Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 4A, Grota mit zwei Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 3B sowie Piatra Rosie, Minerul und Zetu mit jeweils vier Seillängen und dem Schwierigkeitsgrad 5B.
Von der Jagdhütte Cabana de vânătoare Auselul auf 1.024 Metern Höhe führt ein markierter Pfad in Richtung Vârful Brateș unterhalb des Vârful lui Patru. Im Bereich der Cheile Jiețului kann man auf dem Fluss Jieț Rafting betreiben.
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