Malé Zlievce: Kirche, Herrenhaus und bewegte Ortsgeschichte
Malé Zlievce liegt im Ipeľ-Becken im Tal des Baches Stracinský. Die Geschichte des Ortes reicht bis ins Mittelalter zurück und ist mit einer evangelischen Kirche, einem denkmalgeschützten Herrenhaus, sakralen Stationen und Spuren älterer Besiedlung verbunden. Zusammen mit der hügeligen Landschaft ergibt sich ein Ortsbild, in dem Naturraum, Baugeschichte und religiöse Tradition eng nebeneinanderstehen.
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Foto: Ladislav Luppa via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Geschichte
Malé Zlievce entstand etwa im 13. Jahrhundert durch die Abtrennung von der ursprünglich bereits 1248 belegten Gemeinde Zlievce. Von 1554 bis 1593 war der Ort von den Türken besetzt. Nach Kriegen und einer Pestepidemie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die Siedlung vollständig verlassen und um 1680 wiederbesiedelt. Landwirtschaft und Weinbau gehörten zur historischen Lebensgrundlage von Malé Zlievce. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier außerdem Braunkohle abgebaut.
Landschaft
Das Gemeindegebiet von Malé Zlievce ist hügelig und von flachen Höhenrücken geprägt. Sein Untergrund besteht aus jungtertiären Ablagerungen. An den steileren Hängen wachsen Akazien- und Eichenhaine, während andere Flächen entwaldet sind. Die Landschaft zeigt damit unterschiedliche Formen zwischen bewaldeten Hangbereichen und offenen, von Höhenrücken bestimmten Flächen.
Kultur
Auf dem Gebiet von Malé Zlievce befand sich eine Begräbnisstätte der Kuštanovice-Kultur. Einen markanten Teil der örtlichen Baugeschichte bildet die evangelische Kirche. Sie war ursprünglich eine gotische Kirche aus der Mitte des 14. Jahrhunderts und wurde Mitte des 17. Jahrhunderts im Renaissancestil umgestaltet. Im Zentralen Denkmalregister der Slowakischen Republik ist sie unter der Nummer 460/0 eingetragen. Die Kirche steht im Zentrum von Malé Zlievce und dient weiterhin ihrem religiösen Zweck.
Auch das Herrenhaus von Graf Pavol Prónay gehört zu den eingetragenen Denkmälern des Ortes. Es wurde 1709 von Graf Pavol Prónay erbaut und ist im Zentralen Denkmalregister der Slowakischen Republik unter der Nummer 461/0 eingetragen. Damit stehen in Malé Zlievce zwei benannte Bauwerke mit unterschiedlichen historischen Funktionen und eigener Eintragung im Denkmalregister nebeneinander.
Glauben
Die Kapelle der Barmherzigkeit Gottes wurde am 5. April 2008 feierlich geweiht. In der Kapelle finden heilige Messen statt. Zum religiösen Ortsbild gehört außerdem ein Kreuzweg: Am 28. März 2009 wurden in Malé Zlievce 14 Kreuze für einen Kreuzweg gesegnet. Am Ortsrand steht zudem ein 1940 errichtetes und später repariertes Kreuz.
Erinnerung und Gemeinschaft
Ein Denkmal für die Rote Armee steht in einem kleinen Park im Zentrum von Malé Zlievce neben dem Gemeindeamt. Zur jüngeren Gemeinschaftsgeschichte gehört das Jugend-Mini-Fußballturnier Memoriál Mariana Borika. Von 1999 an wurde es in Malé Zlievce jährlich veranstaltet.
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