Ostrov – Archäologie, Geschichte und Hotels in der Slowakei
Ostrov in der Slowakei führt auf ungewöhnlich vielen Spuren durch die Vergangenheit: An mehreren Fundstellen reichen die Nachweise vom Neolithikum über die römische Kaiserzeit bis ins Mittelalter. Dazu kommen eine barocke, später klassizistisch umgebaute Kirche, eine seltene historische Siedlungsform und ein für Juni 2026 angekündigtes Festival für Handwerk und Kultur.
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Foto: Ing.Mgr.Jozef Kotulič via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Landschaft
Das Katastergebiet von Ostrov umfasst 802 ha und liegt im nördlichen Teil der Trnavaer Lösshügellandschaft. Seine Oberfläche besteht aus Braunerden über tertiären Ablagerungen, Flusskiesaufschüttungen und Löss. Diese geologischen und landschaftlichen Bezüge bilden den räumlichen Rahmen für die Fundstellen, die über das Katastergebiet verteilt sind.
Kultur
An der Fundstelle Stráne–Zábranie bei Ostrov wurden Keramikscherben sowie polierte und geschlagene Steinindustrie aus dem Neolithikum und Äneolithikum gefunden, etwa aus der Zeit von 5000 bis 2000 v. Chr. Bei Pažitie kamen Scherben der Lengyel-Kultur aus etwa 3500 v. sowie eine Radiolaritklinge ans Licht. Die dort entdeckte Siedlung gehört zu einer auf der Dudváh-Terrasse konzentrierten prähistorischen Besiedlung, die sich nach Norden bis Čachtice erstreckt.
Auch die Fundstelle Sedlište umfasst mehrere Zeitebenen: Dort sind prähistorische und mittelalterliche Siedlungsspuren belegt, wobei zu den ältesten Funden Scherben der jüngeren Linearbandkeramik aus etwa 5000 v. gehören. Die Konzentration mittelalterlicher Funde und die spätere Bezeichnung Sedlište deuten auf eine untergegangene Siedlung im Außenbereich von Ostrov hin. Nordöstlich des Friedhofs wurden außerdem Überreste einer Hütte aus der römischen Kaiserzeit, aus dem 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr., festgestellt. An mehreren Stellen im Katastergebiet fand sich rot glänzende römische Keramik, sogenannte Terra Sigillata, überwiegend aus Schalen des Typs Drag.
Geschichte
Ostrov ist erstmals 1113 in der Zoborer Urkunde unter dem Namen „Stro“ schriftlich belegt. Die Zoborer Urkunde wurde 1988 zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Eine weitere historische Spur führt in die Weinbaugeschichte: Aufzeichnungen nennen für 1715 Weinberge mit 51 Kopáčov (1 ha 28 a 52 m²), für 1720 35 kv (88 a 2 m²), für 1753 53 kv (1 ha 49 a 94 m²) sowie für 1769 64,125 Jutár Weinberge und 47 Jutár brachliegende Weinberge.
Die Katasterkarte von Ostrov aus dem Jahr 1898 zeigt eine seltene Rundlingsform. Dabei waren die Häuser um einen Platz angeordnet, und es bestand nur eine Zufahrtsstraße. Später wurde diese Siedlungsform durch eine straßenbegleitende Reihensiedlung ersetzt.
Sakrale Orte
An der Stelle der heutigen Kirche des heiligen Imrich in Ostrov sind möglicherweise Spuren eines älteren Kirchenbaus und eines angrenzenden Friedhofs erhalten. Die Kirche war ursprünglich barock und wurde 1804 im klassizistischen Stil umgebaut. Der einschiffige Bau besitzt einen vorgebauten Turm, eine flache Decke und ein oval abgeschlossenes Presbyterium.
Das Immaculata-Denkmal, „Pomník Panny Márie Immaculaty“, ist als nationales Kulturdenkmal im ÚZPF eingetragen. Auf dem Friedhof von Ostrov steht außerdem die Kapelle der Sieben Schmerzen Mariens. Die kleine gemauerte Kapelle hat einen rechteckigen Grundriss, einen geraden Abschluss, ein Stahlbetondach und ein verziertes Kreuz. Sie ist zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto und mit dem Bus erreichbar; in der Umgebung gibt es kostenlose Parkmöglichkeiten.
Veranstaltungen
Für Samstag, den 13. Juni 2026, war in Ostrov das Festival „Ostrovské cepy“ als dritter Jahrgang eines Festivals für Handwerk und Kultur angekündigt. Beim für diesen Tag angekündigten Festival waren Präsentationen von Handwerkern und Künstlern mit dem Verkauf ihrer Erzeugnisse vorgesehen. Ebenfalls vorgesehen waren kreative Workshops für Kinder und Erwachsene.
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