Peter-und-Paul-Festung in Sankt Petersburg: Insel, Kathedrale und Geschichte
Die Peter-und-Paul-Festung liegt auf der Haseninsel in der Newa und markiert den Beginn des 1703 gegründeten Sankt Petersburgs. Innerhalb der Mauern verbinden sich die Kathedrale, die kaiserliche Grablege und Museen zur Festungs- und Gefängnisgeschichte. Für den Besuch zählen die getrennten Öffnungszeiten der Insel, der Festungsanlage und der einzelnen Ausstellungen.
Die goldene Turmspitze und die Kuppeln der Peter-und-Paul-Kathedrale ragen über die Festungsmauer in Sankt Petersburg.
Foto: Alesia Belaya
Kurzfakten zur Peter-und-Paul-Festung
- Die Festung wurde am 27. Mai 1703 auf der Haseninsel an der Newa gegründet.
- Die Peter-und-Paul-Kathedrale entstand 1712–1732 nach dem Entwurf Domenico Trezzinis.
- Die Kathedrale beherbergt die Gräber russischer Herrscher von Peter I. bis Nikolaus II., mit Ausnahmen Peter II. und Iwan VI.
- Das Museum setzt unterschiedliche Besuchszeiten für Insel, Festungsmauern, Kathedrale und Trubezkoi-Bastion-Gefängnis an.
- Der Uferweg an Teilen der Festungsmauern und der Strand sind während Restaurierungsarbeiten geschlossen.
- Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Russische Föderation.
Gründung auf der Haseninsel
Die Peter-und-Paul-Festung entstand 1703 auf der Haseninsel an der Mündung der Newa. Ihre Gründung gilt als Beginn Sankt Petersburgs. Die Anlage liegt im Fluss und ist über Brücken mit dem übrigen Stadtgebiet verbunden. Die Befestigung steht im Flussdelta.
Die Peter-und-Paul-Kathedrale bildet das architektonische Zentrum des Ensembles. Domenico Trezzini entwarf den Bau; die Arbeiten dauerten von 1712 bis 1732. Die hohe Turmspitze mit Engel und Kreuz prägt die Silhouette über den Bastionen. Im Inneren befindet sich die dynastische Grablege der Romanows. Hier ruhen die russischen Herrscher von Peter I. bis Nikolaus II., ausgenommen Peter II. und Iwan VI.; auch Mitglieder der kaiserlichen Familie sind bestattet.
Ein Rundgang kann die Peter-und-Paul-Kathedrale mit den Bastionen und den Museen der Festung verbinden. Die benachbarte Aurora gehört zu einem anderen Abschnitt der Stadtgeschichte.
Vom Zarengefängnis zum Museum
Die Festung diente als politischer Haftort. Die dortige Gefängnisgeschichte beginnt 1718 mit der Inhaftierung des Zarewitsch Alexei Petrowitsch, des Sohnes Peters des Großen. Auch Fjodor Dostojewski war in der Festung inhaftiert. Zu den Gefangenen in den 1880er Jahren gehörte Alexander Uljanow, der ältere Bruder Wladimir Lenins. Das Gefängnis in der Trubezkoi-Bastion entstand 1870–1872 als Haftanstalt für politische Gefangene; Einzelzellen und die abgeschlossene Anlage prägten den Haftalltag.
Der Rundgang durch das Gefängnis führt durch Zellen, Flure und Räume der ehemaligen Trubezkoi-Bastion. Im Oktober 1917 wurden nach der Einnahme des Winterpalasts Minister der Provisorischen Regierung in die Festung gebracht und dort im Trubezkoi-Bastion-Gefängnis untergebracht. Damit steht die Anlage sowohl für die politische Haft im Zarenreich als auch für die Machtwechsel des Revolutionsjahres.
Öffnungszeiten und derzeitige Wege
Stand der Angaben: 24. Oktober 2026. Der Zugang zur Haseninsel ist täglich von 06:00 bis 20:30 Uhr geöffnet; die Insel schließt um 21:00 Uhr. Innerhalb der Festungsmauern ist der Einlass täglich von 09:50 bis 19:30 Uhr möglich, die Schließung erfolgt um 20:00 Uhr.
Die Peter-und-Paul-Kathedrale ist montags, donnerstags und freitags von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, dienstags bis 17:00 Uhr, samstags bis 17:45 Uhr und sonntags ab 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Mittwochs bleibt sie geschlossen. Für das Gefängnis in der Trubezkoi-Bastion gelten 10:00 bis 18:00 Uhr, dienstags bis 17:00 Uhr; mittwochs ist geschlossen. An Gottesdiensttagen können sich die Kathedralzeiten ändern. Der Einlass zum Gefängnis endet 30 Minuten vor Schließung.
Während laufender Restaurierung führen Wege auf die Haseninsel über eine provisorische Brücke; die Kronwerksbrücke ist für den Übergang geschlossen. Der Uferweg entlang des Ioannowski-Ravelins und mehrerer Newa-Bastionen sowie der Strand der Haseninsel sind derzeit für Besucher gesperrt. Der Zugang auf die Insel und zu den geöffneten Museumsbereichen bleibt davon getrennt geregelt.
Der tägliche Kanonenschuss um 12 Uhr begann 1865 am Admiralitätsgebäude; seit 1873 war die Naryschkin-Bastion der feste Standort. Nach einer Unterbrechung ab 1934 wurde die Tradition 1957 wieder aufgenommen. Wegen der laufenden Restaurierung des Granitufers wird der Schuss derzeit von der Gosudarew-Bastion abgefeuert; die Rückkehr zur Naryschkin-Bastion ist für Ende 2026 vorgesehen.
Festung und weitere Ziele in Sankt Petersburg
Die Peter-und-Paul-Festung gehört zum historischen Zentrum von Sankt Petersburg in Russland. Auf der anderen Seite der Newa liegen der Schlossplatz, der Newski-Prospekt und die Eremitage. Die Museen der Stadt ergänzen einen Aufenthalt mit weiteren Themen.
Für die Lage der Unterkunft sind die Festung, die weiteren Stadttage und die Rückfahrt gemeinsam zu berücksichtigen. Anreise und Verkehr hängen auch von Brücken- und Uferwegen ab; die Reisevorbereitung sowie Sprache und Kommunikation unterstützen die Planung. Die Sicherheitslage unterwegs betrifft auch die Fahrt in die Stadt.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Russische Föderation (Stand 24. Oktober 2026). Für Sankt Petersburg und die Leningrader Oblast nennt es Drohnenangriffe, mögliche Flughafensperrungen und Flugausfälle. Auch die Gefahr willkürlicher Festnahmen für deutsche Staatsangehörige und deutsch-russische Doppelstaater sowie Einschränkungen bei deutschen Zahlungskarten und mobilen Netzen gehören zur aktuellen Lage.
Häufige Fragen zur Peter-und-Paul-Festung
Wer war der erste bekannte politische Gefangene der Festung?
1718 wurde Zarewitsch Alexei Petrowitsch, ein Sohn Peters des Großen, inhaftiert.
Wie lange bestand das Gefängnis in der Trubezkoi-Bastion?
Das politische Gefängnis wurde 1872 errichtet und diente bis 1921 als Haftort. Heute führt das Museum durch Zellen und weitere erhaltene Bereiche des Bastionsgefängnisses.
Welche Teile der Anlage kann man besuchen?
Zum Museumsbesuch gehören die Kathedrale und kaiserliche Grablege, das Trubezkoi-Bastion-Gefängnis sowie weitere Ausstellungen. Ihre Öffnungszeiten unterscheiden sich von denen der Festungsanlage und der Insel.