Vogelwarte Rybatschi bei Kaliningrad droht das Aus
Vogelwarte Rybatschi bei Kaliningrad droht das Aus
Die Kurische Nehrung erstreckt sich von Litauen bis nach Russland auf einem schmalen Küstenstreifen entlang der Ostsee. Für den Naturtourismus in Litauen und Russland hat die Kurische Nehrung mit ihrer abwechslungsreichen und teilweise einzigartigen Flora und Fauna eine übergeordnete Bedeutung. Darüber hinaus liegt die Kurische Nehrung genau auf der Route vieler Zugvögel. An Spitzentagen passieren die Kurische Nehrung an der Ostsee bis zu 300.000 Zugvögel der unterschiedlichsten Gattungen. Nicht zuletzt aus diesem Grund konnte es an der Ostsee wie in ganz Osteuropa kaum einen besseren Platz für eine Vogelwarte geben als die Kurische Nehrung.
Die Vogelwarte Rybatschi bei Kaliningrad wurde bereits im Jahr 1901 eröffnet und ist damit die älteste Vogelwarte der Welt. Als Gründer der Vogelwarte Rybatschi hat sich der deutsche Ornithologe Johannes Thienemann unter den Naturschützern in Russland ein Denkmal gesetzt. Erst seit dem Jahr 1956, also weit nach dem Zweiten Weltkrieg, wird die Vogelwarte Rybatschi bei Kaliningrad von Russland bzw. der damaligen Sowjetunion betrieben und mit staatlichen Mitteln aus Moskau subventioniert. Mit zahlreichen Pensionen und Hotels in Kaliningrad und Umgebung, stehen naturinteressierten Urlaubern an der Ostsee ausreichend Unterkünfte zur Verfügung.
Die immer weiter fortschreitende Erschließung der Kurischen Nehrung bringt zwar einige wirtschaftliche Vorteile für Russland und Litauen, gefährdet gleichzeitig aber auch die Zukunft der Vogelwarte Rybatschi bei Kaliningrad. Auch wenn ein Abriss der Vogelwarte Rybatschi in Russland kein Thema ist, könnte das ökologische Gleichgewicht in dieser Region der Ostsee nachhaltig gestört werden, was wiederum ein Fernbleiben der Zugvögel zur Folge haben könnte.
Datum: 30.07.2009