18. Unabhängigkeitstag Ukraine
Die Frauenbewegung FEMEN fordert zum Boykott der Feiern zum 18. Unabhängigkeitstag der Ukraine auf.
„Wir haben nichts zu Feiern“ erklärt Anna Hutsol von FEMEN, wenn Sie über den Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine am 24.08.2009 spricht. Während sich Präsident Wiktor Juschtschenko und Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko stolz auf den 18. Jahrestag der Unabhänggkeit der Ukraine als Staatsfeiertag vorbereiten, veröffentlicht die unabhängige Frauenbewegung FEMEN eine Aufforderung an die ukrainischen Bürger und die internationale Gemeinschaft, die offizielle Feier zum 18. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine zu boykottieren. Die Unabhängigkeit seit 18 Jahren sei eine Farce, solange der Staat nicht dazu in der Lage sei, seine Bürger zu schützen.
FEMEN kämpft gegen die sexuelle Ausbeutung der ukrainischen Frauen. Seit der Erklärung der Unabhängigkeit der Ukraine vor 18 Jahren ist die Ukraine zu dem Europäischen Land geworden, in dem Menschenhändler am einfachsten ihren Nachschub für die Bordelle Europas einfangen. Solange die Ukraine nicht einmal in der Lage sei, die eigenen Bürgerinnen vor den Klauen der Menschenhändler zu schützen, gebe es keinen Grund zu großen Feiern, meint FEMEN. Am Vorabend der alljährlichen offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der ukrainischen Unabhängigkeit erklärt FEMEN:
"Wir haben nichts zu feiern! Wir haben kein moralisches Recht den Tag des Staates zu feiern, der in den 18 Jahren seiner Existenz zum Land der Freizügigkeit für die Kaste der «Auserwählten» wurde, der Staat, in dem der Rest der Bürger ungeschützt und ohne Rechte sind, der Staat, der nicht in der Lage ist seine wichtigste Funktion zu erfüllen - den Schutz der Bürger und die Ermöglichung von Bedingungen für ihren Lebensunterhalt und Wohlstand.
Unsere Erklärung beruht auf der großen Zahl unserer Mitbürgerinnen, die in die sexuelle Sklaverei leben, und der Tatsache, dass der Staat keine sofortigen Maßnahmen zur Lösung dieses Problems ergreift.
Zu unserer nationalen Schande ist die Ukraine ist zu einem Bordell-Land geworden, dem wichtigsten Anbieter von «Lebend Ware» für die Sklavenmärkte der sexuellen Ausbeutung in der Welt. Es genügt festzustellen, dass nach dem internationalen Schätzungen ¾ der Prostituierten in Europa ukrainische Frauen sind! Täglich erleiden Tausende von ukrainischen Frauen Gewalt in die schreckliche Art und Weise - mit Straflosigkeit für die Täter. Es bedeutet nicht nur Tausende von Vergewaltigungsschicksalen, sondern verleumdet auch das Bild unseres Landes in den Augen der internationalen Gemeinschaft. In der Situation sind offizielle pompösen Feierlichkeiten mit Umzügen und Feuerwerk inakzeptabel. Wir hoffen auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung unserer Position.
Wenn der Krieg nicht vorbei ist, bis der letzte Soldat begraben ist, ist eine Unabhängigkeit nicht erreicht, bis der Staat alle seine Bürger schützt."
Foto: FEMEN Ukraine
Datum: 13.08.2009