Polina: Geschichte, Baukultur und Landschaft
Polina verbindet historische Spuren, erhaltene Bauwerke, eine klar beschriebene geografische Lage und einen konkreten Wanderbezug. Der Ort entstand durch die Abtrennung von Skerešovo zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Damit beginnt die Ortsgeschichte in einer frühen mittelalterlichen Phase, während die später genannten Gebäude und Erinnerungsorte weitere zeitliche Ebenen sichtbar machen.
Geschichte und Baukultur
Erstmals erwähnt wurde Polina im Jahr 1325. Zu den historischen Erwerbszweigen in Polina gehörten Landwirtschaft, Viehzucht, Köhlerei und Fuhrwesen. Diese vier Tätigkeiten zeigen unterschiedliche Bereiche des früheren Wirtschaftslebens: die Arbeit mit Boden und Tieren, die Herstellung von Holzkohle sowie den Transport mit Fuhrwerken. Die Jahreszahl der ersten Erwähnung und die überlieferten Erwerbszweige gehören damit zu verschiedenen Aspekten der Ortsgeschichte.
Zu den denkmalgeschützten Sehenswürdigkeiten von Polina gehört das Gebäude einer alten Mühle aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Friedhof von Polina steht eine Gedenksäule aus dem Jahr 1996. In Polina steht außerdem eine 1883 errichtete neoklassizistische reformierte Kirche, die in gutem Zustand ist und weiterhin ihrem religiösen Zweck dient. Mühle, Gedenksäule und Kirche unterscheiden sich somit nach Funktion, Entstehungszeit und baulicher Einordnung. Zusammen nennen sie einen historischen Wirtschaftsstandort, einen Erinnerungsort und ein weiterhin genutztes Sakralgebäude.
Die drei Bau- und Erinnerungsorte stehen außerdem für unterschiedliche Formen des Umgangs mit Vergangenheit. Die Mühle ist als denkmalgeschütztes Gebäude mit einem früheren Erwerbszweig verbunden, die Gedenksäule befindet sich auf dem Friedhof, und die reformierte Kirche verbindet ihre neoklassizistische Gestaltung mit einer weiterhin religiösen Funktion. So treten in Polina Wirtschaft, Gedenken und Sakralbau jeweils mit eigener räumlicher und funktionaler Prägung hervor.
Landschaft und Lage
Polina liegt nordwestlich von Tornaľa im Tal des Bachs Turiec. Der Ort liegt in der Juhoslovenská kotlina, einer Landschaft mit Hügelland und niedrigem Bergland. Die Lageangaben beschreiben sowohl die Beziehung zu einem benachbarten Ort als auch die Landschaftsform, in der Polina liegt. Bach, Hügelland und niedriges Bergland bilden dabei unterschiedliche geografische Bezugspunkte.
Unterwegs
Polina ist über eine Straße III. Klasse an das Straßennetz angebunden, die den Ort mit Gemerská Ves verbindet. Diese Verbindung ist als Teil des örtlichen Straßennetzes beschrieben. Eine Wanderroute mit dem Namen „Potulky Gemerom: z Levárskych kúpeľov do Kamennej diery“ führt durch Polina. Bei Polina gibt es eine Brücke; die beschriebene Wanderung nutzt sie, statt den Bach Turiec zu durchqueren. Straße, Route und Brücke gehören damit zu drei verschiedenen Informationen über das Unterwegssein: zur Straßenanbindung, zum Verlauf einer benannten Wanderung und zu einem konkreten Übergang über das Gewässer.
Der vollständige Routentitel nennt mit Levárske kúpele und Kamenná diera zudem zwei Bezugspunkte des Weges. Dadurch unterscheidet sich die Wanderung klar von der Straße nach Gemerská Ves: Die eine Angabe beschreibt einen benannten Verlauf durch Polina, die andere eine örtliche Straßenverbindung. Die Brücke ergänzt diesen Routenbezug um den beschriebenen Übergang über den Turiec.
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