EU will Erdgas aus Aserbaidschan
EU will Erdgas aus Aserbaidschan

EU will Erdgas aus Aserbaidschan

(Nachrichten aus Aserbaidschan)

Wird die Europäische Union (EU) bald aus Aserbaidschan mit Erdgas beliefert? Am vergangenen Donnerstag unterzeichneten am Donnerstag EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew eine Absichtserklärung über Lieferungen in die Europäische Union.

Lieferung von Erdgas aus Aserbaidschan: Verringerung der Abhängigkeit von Russland für die Europäische Union

Die Unterzeichnung der Absichtserklärung zwischen der Europäischen Union und Aserbaidschan teilte nun die EU-Kommission in Brüssel öffentlich mit. Damit ist die Europäische Union ihrem Ziel näher gekommen, die Abhängigkeit von Erdgaslieferungen aus Russland verringern zu können. Mit der Absichtserklärung verpflichtet sich Aserbaidschan über einen langfristigen Zeitraum zu der Lieferung großer Mengen von Erdgas in die Europäische Union. Die Lieferungen sollen über den so genannten „Südlichen Korridor“ abgewickelt werden. Diese Route führt an Russland vorbei und soll unter anderem auch das Projekt „Nabucco“ für den Transport des Erdgases nutzen. Durch welche Pipelines das Gas aber letzten Endes von Aserbaidschan nach Europa transportiert werden soll, ist aber nach Aussage der beteiligten Personen noch offen. Russland hat in jüngster Vergangenheit eine Pipeline mit Verbindung nach China in Betrieb genommen (wir berichteten).

EU-Kommissionspräsident Barroso betonte im Rahmen der Unterzeichnung, dass das Abkommen zwischen der EU und Aserbaidschan Europa einen unmittelbaren Zugang zu Erdgas aus dem Kaspischen Becken garantiere. Dies teilte Barroso der Öffentlichkeit in der Baku mit, wo die Gespräche mit Aserbaidschans Präsident Alijew stattfanden. Auch der EU-Energiekommissar Günther Oettinger machte deutlich, dass die Länder der Europäischen Union mittel- bis langfristig auf Erdgasimporte angewiesen sein werden. Daher mache es Sinn, so Oettinger, mit neuen Lieferländern zu arbeiten, um sich nicht von einigen wenigen Lieferanten in Abhängigkeit begeben zu müssen.

Die Garantie von ausreichenden Liefermengen ist momentan der größte Hemmschuh für ambitionierte Projekte wie zum Beispiel die Pipeline „Nabucco“. Ob dieses Projekt überhaupt in die Tat umgesetzt werden wird, entscheidet sich erst Ende des Jahres. Bedingung für eine Bewilligung des Baus, an dem auch der deutsche Energiekonzern RWE beteiligt ist, sind Garantien über Lieferungen von zwischen 10 und 15 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr mit Aussicht auf langfristige Sicherung dieser Kapazitäten.

Christian Bathen

Foto: Thomas Max Müller / pixelio.de

Datum: 14.01.2011


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