Kathedralenplatz von Wladimir

PICT0221.JPG Detail einer orthodox geprägten Kirchenarchitektur mit Kuppel und schmiedeeisernem Tor.

Die Nordseite des Kathedralenplatzes von Wladimir nehmen zwei dicht an dicht stehende Gebäude im Empire-Stil ein: Das Haus der Adelsversammlung (1826, Architekt Wladimir Dregalow) und das Knabengymnasium (1841, Architekt Jewgeni Petrow). Diese Bauten gehören zum Besten, was die russische provinzielle Baukunst jener Zeit hervorgebracht hat. 

An der Fassade des Gymnasiums weist eine Gedenktafel auf berühmte Absolventen der Schule hin. Darunter sind der Schriftsteller Nikolai Slatowratski, der Künstler Dmitri Kardowski, das Akademiemitglied Anatoli Blagonrawow und andere.

Im Westen wird der Kathedralenplatz vom Gebäude der ehemaligen Stadt Duma im pseudorussischen Stil (1907) und dem mit ihm korrespondierenden Haus der Sparkasse (1906) begrenzt. Die gerade Seite der Straße der III. Internationale endet mit dem Ensemble des Christi - Geburts - Klosters. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts nahm es unter den Klöstern Russlands den ersten Platz ein und war weit bekannt. Das älteste Gebäude war die weißsteinerne Christi – Geburt - Kathedrale (1192-1196), die Mitte des 19. Jahrhunderts völlig umgebaut worden war und 1930 abgerissen wurde. Von 1263-1724 befanden sich in dieser Kirche die Gebeine des Wladimirer Großfürsten Alexander Newski, die auf Befehl Peters I. nach St. Petersburg überführt wurden. Das am besten erhaltene Gebäude ist heute das in bescheidenen Barockformen gehaltene Haus des Metropoliten aus dem 18. Jahrhundert. 

Gegenüber der Klostermauer steht auf der anderen Straßenseite ein einstöckiges Eckhaus, das einst den Kaufleuten Stoletow gehörte. Hinter diesem Haus befindet sich in einem Holzflügel das zwei Vertretern dieser Familie gewidmete Museum. Alexander Stoletow (1839-1896) war ein hervorragender Physiker und sein Bruder Nikolai (1833-1912) ein bekannter General, der eine wichtige Rolle bei der Befreiung Bulgariens vom Türkenjoch gespielt hatte.

Foto: Ilya