Matroschka: Geschichte, Handwerk und Souvenir aus Russland
Die erste Matroschkas. Heute sieht man sie im Spielzeugmuseum von Sergijew Possad. Kaum jemand weiß, das die Matroschka, das bekannteste Souvenir aus Russland, eigentlich das Plagiat eines japanischen Spielzeugs ist.
Ein traditionelleres Souvenir aus Russland wie die russische Matroschka (oder auch: Matrjoschka) gibt es nicht. Die Matroschka gehört zu Russland wie der Tee zu England: Die Triade „Vodka - Bär - Matroschka“ ist im Bewusstsein nicht nur der der Touristen aus dem Westen das Symbol für Russland.
Kurzfakten: Matroschka
- Die Matroschka ist eine ineinander gesetzte Holzpuppe und ein bekanntes russisches Souvenir.
- Ihre Entwicklung nahm ein japanisches Vorbild auf und führte zu eigenständigen russischen Formen.
- Sergijew Possad wurde zu einem wichtigen Zentrum der Herstellung und Bemalung.
- Regionale Schulen und Werkstätten unterscheiden sich bei Körperform, Bemalung und Figurenfolge.
- Beim Kauf zählen Holzverarbeitung, passgenaue Teile, Bemalung, Herkunft und die gewünschte Größe.
- Museen, Händlerangaben, Preise und aktuelle Reisebedingungen werden für den konkreten Besuch geprüft.
Symbol für Russland
In der Vorstellung der Menschen ist Russland einfach: Man trinkt nur Vodka, durch die Straßen vom Moskau wandern die Bären und die Matroschkas werden von den gutmütigen Russen an jeden Gast verschenkt. Na ja – bei dem einen oder anderen wird diese Idee noch mit Elementen aus der Zeit des „Kalten Krieges“ versetzt. Kaum einer weiß, dass eine typisch russische Matroschka nur eine veränderte Variante eines japanischen Spielzeuges ist.
Geschichte der russischen Matroschka
Am Ende des 19. Jahrhunderts brachte die Tochter des bekannten Mäzen Mamontow ein japanisches Spielzeug in die Spielzeugfabrik ihres Vaters - ein „Fukuruma“. Das waren mehrere Figürchen eines kahlköpfigen alten Mannes, bei denen die eine in die andere hineingelegt worden waren. Die Arbeiter der Fabrik begannen sofort damit, ein russisches Gegenstück davon zu schaffen. In ihrer Version war es kein alter Mann mehr, es waren jetzt ein Junge und ein Mädchen in russischen Volkstrachten. Das Sinnbild Russlands entstand als Spielzeug. Und das Spielzeug erhielt den Namen Matroschka (Matrjoschka), weil der Frauenname Matrjona damals in Russland weit verbreitet war. Die russische Matroschka entwickelte sich aus einem japanischen Vorbild zu einer eigenständigen russischen Spielzeugtradition.
Produkt der Spielzeugfabriken von Sergijew Possad
Die erste Werkstatt, in der die Matroschka hergestellt wurde, existierte bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Matroschkas wurden in der alten russischen Stadt Sergijew Possad gedrechselt. Bald hatte die Matroschka bei den Bürgern von Sergijew Possad eine hohe Popularität erreicht Schon bald kamen auch die Händlern aus Moskau und schon nach kurzer Zeit produzierte man das japanisch-russische Spielzeug auf Bestellung für die Bürger in Paris und Deutschland.
Man begann die Matroschka auch in anderen Städten von Russland zu produzieren. Ihre Produktion verbreitete sich über das Land. jeder Handwerker hatte seinen eigenen Stil: Die Matroschka von Sergiew Possad scheint untersetzt und stämmig zu sein im Vergleich zu der aus Nishnij Nowgorod, die fein, schlank und bunter bemalt ist.
Matrjoschas im Spielzeugmuseum
Heute findet man Matrjoschas im Spielzeugmuseum von Sergiew Possad, in dem ein Teil der Ausstellung der Matroschka persönlich gewidmet ist. In der Sammlung gibt es die erste Matroschka, die vom Maler Maljutin bemalt worden ist, aber auch ganze Sätze von Matroschkas aus anderen Meisterschulen- von der Semjonow-Schule bis zu der Schule von Sergijew Possad. Auch in Moskau wurde ein Museum eröffnet, das ganz dem bekanntesten russischen Souvenir gewidmet ist.
Vorbild, russische Ausprägung und Handwerk
Die Matroschka ist kein zeitlos unverändertes Symbol, sondern ein Spielzeug mit einer nachvollziehbaren Entstehungsgeschichte. Ein japanisches Vorbild wurde in Russland aufgenommen und zu einer eigenen Form mit bemalten Figuren weiterentwickelt. Die historische Übersicht zur Matroschka ergänzt diesen Hintergrund. Für die Reise lassen sich Russland und die Handwerkstradition von Sergijew Possad als unterschiedliche Bezüge einordnen.
Beim Kauf lohnt ein genauer Blick auf Holz, Oberfläche, Passgenauigkeit und die Bemalung. Ein Satz kann touristisch gestaltet, handwerklich gearbeitet oder als Museumsbeispiel dokumentiert sein; Herkunft und Preis werden nicht allein aus dem Aussehen abgeleitet. Moskau, Einkaufen in Moskau, das GUM und Nischni Nowgorod bieten unterschiedliche städtische und regionale Bezugspunkte.
Für Museen und Werkstätten werden Kultur und Geschichte, Moskauer Museen, Anreise und Verkehr und Geld und Bezahlen in den Reiseplan aufgenommen. Achten Sie auf nachvollziehbare Händlerangaben, sichere Verpackung und die Regeln für die Mitnahme. Die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise zur Russischen Föderation stehen vor älteren Souvenirbeschreibungen.
FAQ zur Matroschka
Was ist eine Matroschka?
Eine Matroschka ist eine bemalte Holzpuppe, deren kleinere Figuren ineinander gestellt werden. Sie gehört zu den bekannten russischen Souvenirformen.
Ist die Matroschka vollständig russischen Ursprungs?
Ihre russische Ausprägung entwickelte sich aus einem japanischen Vorbild. Daraus entstand in Russland eine eigenständige Spielzeug- und Handwerkstradition.
Warum ist Sergijew Possad wichtig?
Sergijew Possad wurde mit Herstellung und Bemalung der Matroschka verbunden und steht für eine wichtige handwerkliche Schule.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Holz, Oberfläche, passgenaue Teile, Bemalung, Herkunft, Größe, Preis und sichere Verpackung werden vor dem Kauf verglichen.
Foto: public domain / Spielzeugmuseum Sergijew Possad