Sergijew Possad galt sieben Jahrhunderte lang mit der Troize Sergijewa Lawra das Herz der russisch orthodoxen Kirche. Die Troize Sergijewa Lawra ist nicht nur das größte Kloster in Russland, sondern auch ein wichtiges Symbol der russisch-orthodoxen Religion weltweit. Hier ruht in der Gruft des Troizkij - Kloster (Dreifaltigkeitskloster) Sergej Radoneshskij (Sergios von Radonesh), den die russisch-orthodoxen Gläubigen für den größten Helden von Russland halten. Er hatte im Jahr 1340 das Kloster von Sergijew Possad gegründet. Die hohe moralische Autorität von Sergej Radoneshskij machte ihn zu einem der nächsten Berater und Mitkämpfer des Fürsten Dmitrij Donskoi. Überliefert ist, das Sergej Radoneshskij als damaliger Abt des Klosters von Sergijew Possad seinem Fürsten den Segen zur Schlacht gegen die Tartaren auf dem Kulikowo polje (Schnepfenfeld) gab. Auch später bot er sich immer wieder als Schlichter in Fehden an. Viel später, im Jahr 1448 wurde Sergej Radoneshskij heilig gesprochen.
In der Troize Sergijewa Lawra lebten außerdem viele altrussischen Kulturschaffenden, darunter zum Beispiel Andrej Rubljow. Für das Troizkij Kloster malte er seine berühmte Dreifaltigkeitsikone.
Sergijew Possad ist außerdem der Ort, an dem die erste russische Matroschka gebaut wurden. In der Stadt wurde seit langem Spielzeug hergestellt als man Ende des 19. Jahrhunderts mit der Produktion der heute als russischem Souvenir weltweit beliebten Matroschkas begann. Lohnenswert ist der Besuch des Matroschka Museums in Sergijew Possad, in dem unter anderem die ersten Exemplare dieses Spielzeugs ausgestellt sind. Bis heute ist die Produktion von Spielzeug eine der wirtschaftlichen Säulen der Stadt Sergijew Possad.
Die wichtigste Einnahmequelle von Sergijew Possad ist und bleibt allerdings der Tourismus: Sergijew Possad und vor allem sein Kloster gilt als eine der wichtigsten Städte des Goldenen Ring. Aus ganz Russland – und immer mehr auch aus dem Westen, kommen Touristen und Tagesausflügler in die Stadt.