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Kertsch: Antike, Meerengen und Geschichte

Kertsch liegt am östlichen Ende der Krim, an der Meerenge zwischen Schwarzem und Asowschem Meer. Die Lage prägte die Stadt als Handels- und Siedlungsraum von der griechischen Antike bis zu späteren Festungsanlagen. Heute gehört die Krim völkerrechtlich zur Ukraine, wird faktisch von Russland kontrolliert.

kertsch Kertsch auf der Krim Foto: Alexxx1979

Kurzfakten zu Kertsch

  • Kertsch liegt an der Meerenge zwischen Schwarzem und Asowschem Meer.
  • Die antike griechische Kolonie Pantikapaion entstand im frühen 6. Jahrhundert v. Chr. am Ort des heutigen Kertsch.
  • Die Stadt wurde Hauptstadt des Bosporanischen Reiches und ein Handelszentrum am nördlichen Schwarzen Meer.
  • Der Zarenhügel ist ein bosporanisches Grabmal aus dem 4. Jahrhundert v. Chr.
  • Die Krim gehört völkerrechtlich zur Ukraine und steht faktisch unter russischer Kontrolle.

Meerenge und antike Stadt

Die Straße von Kertsch verbindet das Schwarze Meer mit dem Asowschen Meer. An ihrem westlichen Ufer entstand Pantikapaion, eine griechische Kolonie aus dem frühen 6. Jahrhundert vor Christus. Die Siedlung entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum und wurde zur Hauptstadt des Bosporanischen Reiches. Die Meerenge war eine wichtige Passage zwischen den Siedlungen am nördlichen Schwarzen Meer und den Küsten des Asowschen Meeres.

Der Berg Mithridat erinnert an die antike Stadt und ihre spätere Geschichte. Zu den archäologischen Bezugspunkten der Umgebung gehört der Zarenhügel, ein Grabmal aus dem 4. Jahrhundert vor Christus südwestlich von Kertsch. Es ist als aufwendig gebauter Steingang mit Grabkammer gestaltet. Die Grabanlage wurde 1837 untersucht und war bereits in der Antike ausgeraubt.

Am Fuß des Berges Mithridat steht im ersten Abschnitt der Großen Mithridat-Treppe eine 1997 geschaffene technische Nachbildung der Demetra-Gruft. Sie gibt die antike Grabmalmalerei und Teile der historischen Ausführung wieder. Die Kopie ist von der antiken Grabstätte selbst zu unterscheiden.

Festungen und Kriegsgeschichte

Die Verteidigungsanlagen in der Region entstanden in verschiedenen historischen Zusammenhängen. Die türkische Festung Jenikale wurde an der Meerenge errichtet. Davon getrennt ist die Festung Kertsch am Kap Ak-Burun: Ihr Bau begann 1857 als Befestigung am schmalsten Teil der Meerenge. Die beiden Anlagen stehen für unterschiedliche Epochen der Kontrolle über die Wasserstraße.

Kertsch war im Zweiten Weltkrieg Schauplatz schwerer Kämpfe und wurde 1973 mit dem sowjetischen Ehrentitel „Heldenstadt“ ausgezeichnet. Diese Bezeichnung gehört zur Erinnerungsgeschichte des Ortes; die antike Stadt Pantikapaion, der Zarenhügel und die Festungsanlagen verweisen auf andere Epochen.

Küstenorte und Regionen der Krim

Die Halbinsel verbindet unterschiedliche Landschaften und historische Orte. Die Krim bildet den regionalen Zusammenhang; Simferopol, Sewastopol und Bachtschissarai stehen für andere geografische und historische Schwerpunkte. An der südöstlichen Küste liegen Koktebel und Sudak; das Kap Kasantip ragt in das Asowsche Meer.

Die Meerenge und ihre Küstenorte gehörten in der Antike zum Umfeld des Bosporanischen Reiches. Das Kazantip-Festival nahm seinen Anfang in der Nähe des Kaps Kasantip. Kertsch verbindet mit Pantikapaion und der Meerenge Kultur und Geschichte sowie Natur und Landschaft.

Heutiger Status und Zugang

Für eine Einreise auf die Halbinsel vom ukrainischen Festland ist eine Besuchserlaubnis der zuständigen ukrainischen Behörde erforderlich. Die Einreise über russisches Staatsgebiet, auch auf dem Luft- oder Seeweg, verstößt gegen ukrainisches Recht und kann ein Einreiseverbot sowie Strafverfolgung nach sich ziehen. Die Häfen und Flughäfen auf der Krim sind geschlossen.

Diese Bedingungen gelten auch für Kertsch. Einreise und Dokumente, Sicherheit unterwegs, Anreise und Verkehr und Reisevorbereitung sind unter diesen konkreten Beschränkungen zu betrachten.

Regionale Einordnung

Die Lage an zwei Meeren macht Kertsch zu einem wichtigen Bezugspunkt für die Geschichte des nördlichen Schwarzmeerraums. Pantikapaion, das Bosporanische Reich und die späteren Befestigungen bezeichnen unterschiedliche politische und wirtschaftliche Epochen. Tschelkino nahe dem Kap Kasantip war die erste Heimat des Kazantip-Festivals.

Von Kertsch aus reicht die regionale Geschichte über die Krim bis zu den Küstenorten Koktebel und Sudak. Bei einem Aufenthalt sind Lage und Anreise für die Unterkunftsauswahl nach Reiseziel und Lage gemeinsam zu berücksichtigen; die tatsächlichen Wege zwischen Stadt, Meerenge und Zielen auf der Halbinsel bestimmen den Aufenthalt.

Häufige Fragen zu Kertsch

Wie ist der Zarenhügel aufgebaut?

Der Zarenhügel enthält einen 36 Meter langen Zugangskorridor, der zu einer Grabkammer führt. Das Grabmal aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurde 1837 untersucht und war bereits in der Antike ausgeraubt.