Russland will Zahl der Zeitzonen reduzieren

Zeitzonen in Russland
Zeitzonen in Russland: Gibt es bald weniger davon?

Kein Land der Welt hat mehr Zeitzonen, als es in Russland zwischen Ostsee, Moskau und der Bering-Straße in Sibirien im äußersten Osten des Landes der Fall ist. Auf einer Strecke von immerhin knapp 9.000 Kilometern, gemessen von Kaliningrad an der Ostsee bis zur Beringstraße, zählt Russland insgesamt nicht weniger als elf Zeitzonen und damit deutlich mehr als die USA, die sich auf 5.000 Kilometern von West nach Ost mit vier Zeitzonen begnügen. Dmitri Medwedew, der Staatspräsident von Russland, machte im Rahmen seiner aktuellen Ansprache zur Lage der Nation den Vorschlag, die Zahl der Zeitzonen im flächenmäßig größten Land der Welt künftig auf nur noch vier zu verringern.

Die Motivation für diesen Vorschlag Medwedews ist in der Hoffnung zu sehen, die Wirtschaft in Russland mit einer Reduzierung der Zeitzonen deutlich stärker ankurbeln zu können. Was in Moskau für gut befunden wird, löst in Russland aber fast schon traditionell nicht überall Begeisterungsstürme aus, wobei auch das Thema Zeitzonen keine Ausnahme macht. Vor allem in Sibirien, also im Osten des Landes, findet Medwedew mit seinem Vorschlag bezüglich der Zeitzonen in Russland nur wenige Befürworter. Schließlich würde dies in einigen Regionen Sibiriens bedeuten, dass die Dämmerung bereits kurz nach Mittag hereinbricht, während westlich gelegene Städte wie Moskau oder St. Petersburg ihren gewohnten Rhythmus beibehalten können.

Medwedew könnten bei seinen umstrittenen Plänen zur Reduzierung der Zeitzonen in Russland jedoch die Zahlen vom Arbeitsmarkt behilflich sein. Neueste Prognosen gehen davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Russland bis zum Frühjahr 2010 deutlich steigen wird. Experten befürchten einen Anstieg von derzeit rund 5,5 Millionen Arbeitslosen auf mindestens 8 Millionen. In einigen Horror-Szenarien, die in Moskau durch die Medien geistern, ist gar von bis zu 16 Millionen Arbeitslosen bis zum April des kommenden Jahres die Rede.    

Foto: Dago

Datum: 04.12.2009